WM-NEWS Südafrika

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Individual Pursuit

Die Einzelverfolgung über 3000m war für mich der erste Einsatz auf dem 250m Zementoval im Velodrome von Bellville. Dieses Rennen galt für mich vor allem als Standortbestimmung, waren doch alle Cracks dieser harten DIsziplin am Start. Nach einer top Vorbereitung war ich sehr motiviert auf diesen Einsatz. Um auf dieser sehr schlecht rollenden Bahn schnell zu fahren, musste man sich das Rennen sehr gut einteilen. Ich startete schnell und fand sofort meinen Rythmus, den ich halten konnte. Am Schluss mobilisierte ich noch meine letzten Kräfte und konnte sogar noch ein bisschen aufdrehen. Die Uhr stoppte bei 3min 34sek. Für diese Bahn war dies eine gute Zeit, waren doch 8 Fahrer in den gleichen zwei Sekunden rangiert (Ränge 9 - 16). Leider reichte meine Zeit nur für den 16. Rang, doch ich war mit meiner Leistung zufrieden und war überzeugt, alles gegeben zu haben.
Weltmeister wurde der neue Weltrekordhalter Taylor Phinney aus den USA, welcher auch an den Olympischen Spielen in Peking in der Einzelverfolgung am Start sein wird.
Wenige Tage vor seinem 18.Geburtstag hat er den 4jährigen Junioren-Weltrekord unter 4min 17sec verbessert.
An der TPV (Waadtlandrundfahrt) klassierte er sich im Schlussklassement nur 2 Ränge vor mir (6er) mit einem Vorsprung von 19sec nach 8std Fahrzeit. Bei meinem Etappensieg hinauf nach Chaetau d`Oex nahm ich ihm sensationelle 30sec ab, aber am nachmittäglichen Zeitfahren (eher eine Bikestrecke gleich) distanzierte er mich bei seiner Spezialdisziplin EZF (Weltmeister Mexiko 2007) um 49sec. Weil die Zeitdifferenz am Schluss nur diese 19sec waren, fuhr ich in den restlichen 3 Etappen die genau gleiche Zeit wie Taylor Phinney.

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Team Pursuit

Nur einen Tag nach der Einzelverfolgung stand die Mannschaftsverfolgung über 4000m statt. Ich hatte mich gut erholt von der Einzelverfolgung und hatte super Beine. Unser Ziel in dieser prestigeträchtigen Disziplin war ein gutes Bild abzugeben und dazu noch einigermassen schnell zu sein, trainieren wir doch diese Disziplin erst seit diesem Frühling. Es ist schon sehr lange Zeit her, als die Schweiz letztmals an einer Weltmeisterschaft einen Vierer stellte.Mein Trainer Daniel Gisiger eroberte letztmals 1978 und 1979 mit dem Vierer Bronze.
In den wenigen Trainings, die wir vor der WM hatten, haben wir uns sehr gut zu einem richtig guten Team zusammen geschweisst. Wir starteten als Vierte schnell und auch bestens motiviert in der Besetzung Imhof, Dillier, Thièry, Hugentobler und fanden einen optimalen Rythmus auf den ganzen vier Kilometern. Auch technisch schaute unsere Mannschafts ganz gut aus der Wäsche und wir überquerten die Ziellinie nach 4min 29sec 889tausendstel. Im Zwischenklassement waren wir somit führend und stellten einen neuen Schweizerrekord auf. Es folgten als nächste die Belgier...4min 29sec 890tausendstel.....1tausendstel langsamer..phuu..war das knapp (1,3cm) !!!
Nach 8 Nationen lagen wir immer noch in Führung. Es folgten noch die stärksten 6, von denen nur noch Italien hinter uns fiel. Die Differenz zwischen dem 6 und 10 Rang betrug nur winzige 67hundertstel. Es fehlten uns lediglich 4 - 5sec auf die Ränge 3 - 5 . Neue und alte Weltmeister wurden die Australier vor Neuseeland und Russland. Wir waren am Schluss auf dem sechsten Rang klassiert und viertbeste Europäer und übertrafen unser Ziel, einen Top15-Platz, bei weitem. Wir liessen sogar Top-Nationen wie Belgien und Holland hinter uns. Das stimmt uns optimistisch, wir sind auf dem richtigen Weg.

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Madison

Zusammen mit meinem Partner Silvan Dillier war ich im zweiten Qualifikationslauf eingetragen. Als wir uns den ersten Lauf anschauten, wurde es uns gerade ein wenig mulmig, sahen wir doch wie kriminell und agressiv gefahren wurde. Es gab fast im minutentakt Stürze auf der Bahn. Als wir dann an der Reihe waren schauten wir, dass wir immer in den ersten vier oder fünf Positionen fahren konnten, um das Sturzrisiko ein wenig zu verringern. Unsere Taktik war es, schnell zu Punkten um die Qualifikation auf sicher zu haben, damit wir den Rest vom Rennen Kräfte sparen konnten. Wir fuhren dann schon in der Anfangsphase mit vier anderen Teams eine Runde heraus und waren damit für den Final qualifiziert.
Im Final wollten wir zeigen, was wir drauf hatten. Wiederum reihten wir uns immer in den ersten fünf Teams ein. Auf die erste Wertungsabnahme hin gab es einen sehr, sehr langen Sprint, in welchem ich mir hinter den Australiern den zweiten Rang sichern konnte. Anschliessend war ich dann von diesem lagen Sprint etwas angeschlagen und ich konnte meinen Partner bei den nächsten zwei Sprints nicht optimal lancieren und wir blieben auf 3 Punkten. Bei der 4. Wertung konnten wir uns nochmals 3 Punkte sichern und wir lagen vor der Schlusswertung mit 6 Punkten auf Rang 4 hinter Frankreich mit 9 Punkten. Wir mussten also bei der sechsten und letzten Wertung 3 Punkte mehr ersprinten um gleichzuziehen und dank dem Schlusseinlauf Dritte zu werden. Unser Traum war eine Medaille, so holten wir noch einmal alles aus uns heraus. Also gab ich nochmals richtig Gas und lancierte meinen Partner optimal . Dieser ging ab wie eine Rakete und gewann mit einem Bilderbuchsprint die Schlusswertung und die Franzosen wurden Vierte in der Wertung und holten nur 1 Punkt... Schlusspunktestand 11 : 10 für die Schweiz.
 Wir waren überglücklich, denn unser Traum wurde Wirklichkeit. Hinter Australien und Belgien bekamen wir die Bronzene Medaille. Die Emotionen kamen hoch und Tränen flossen.... einfach unbeschreiblich...!!!

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Individual Time Trial

Das Einzelzeitfahren über 28km fand auf einer sehr anspruchsvollen Strecke statt. Neben dem ständigen auf und ab begleitete uns auch noch eine sehr starker Wind, der meistens von vorne kam. Ich fand schnell meinen Rhytmus, konnte aber über die Anstiege nicht so viel Druck aufbauen und musste somit mit einer kleineren Übersetzung fahren. Dies lag wahrscheinlich daran, dass ich vor der WM eigentlich nur noch auf der Bahn trainiert hatte. Dort fährt man mit kleineren Übersetzungen und die Technik ist auch nicht die selbe. Da ich sonst aber ein erfahrener Zeitfahrer bin, stimmte sonst von der Technik her jedes Detail und ich war trotzdem mit einer angemessenen Zwischenzeit unterwegs. Auf den letzten Kilometern konnte ich sogar noch einen Fahrer überholen und nochmals richtig Druck aufs Pedal geben.
Am Schluss klassierte ich mich auf dem 36. Rang mit 2min 44sec Rückstand. In diesem Rennen war es wieder etwa dasselbe wie in der Einzelverfolgung, denn es waren wieder sehr viele Fahrer mit der fast gleichen Zeit klassiert. Somit fehlte mir auf einen Top 10 Rang etwas mehr als 1 1/2min . Ich bin mit meiner Leistung im Einzelzeitfahren zufrieden und weiss, dass ich bei den Top-Leuten dabei bin. Nebenbei muss man auch noch beachten, dass wir Schweizer fast die einzigen sind, die neben dem Sport noch eine Berufslehre absolvieren oder eine Schule besuchen.

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Road Race

Zum Abschluss meines WM - Abenteuers stand als mein 5. Bewerb das Strassenrennen, welches auf einer anspruchsvollen Strecke in mitten von Kapstadt ausgetragen wurde und mit einem langen Anstieg gespickt war, auf dem Programm. Das Rennen führte über insgesamt 136km. Der Rundkurs musste zehn Mal befahren werden. Für uns Schweizer fing das Rennen leider nicht so erfreulich an. Silvan Dillier fiel schon nach 10km infolge eines unverschuldeten Sturzes mit einem Bruch des Hinterbaus aus. Nicht besser erging es Cyrille Thièry, der nur wenige Zeit nach Silvan wegen eines defekten Hinterradcollé ausschied. Patrick Luternauer erwischte nicht seinen besten Tag und musste sich vier Runden vor Schluss am Berg geschlagen gegeben und konnte das horrende Tempo nicht mehr mithalten. Mir lief es an diesem Tag sehr gut und ich war immer ganz vorne mit dabei, bis ich in der zweitletzten Runde nach 120km im Aufstieg einen Kettendefekt erlitt. Die Kette verklemmte sich beim vorderen Wechsel und ich behob den Defekt. Mit aller Kraft versuchte ich anschliessend die Lücke zur Gruppe wieder zu schliessen. Alleine hatte ich jedoch nicht die geringste Chance und musste das Rennen leider sehr enttäuscht aufgeben. Somit war von uns nur noch Loic Aubert im Rennen. Dieser kam mit der Verfolgergruppe auf den letzten Kilometer. Zwei Fahrer waren uneinholbar an der Spitze, der spätere Sieger und Europameister Le Bon FRA und der Silbermedaillengewinner Cattaneo ITA . Loic versuchte mit einer Attacke aus der Gruppe heraus etwa 500m vor dem Ziel die Bronzemedaille anzugreifen. Er war dann leider am Ende seiner Kräfte und wurde wieder gestellt. Am Schluss schaute dann für ihn noch der gute 22. Rang heraus mit nur 4sec Rückstand.
Es klassierten sich in diesem schnellen Rennen in den ersten 10sec total 43 Fahrer. Wenn mich die Defekthexe nicht so kurz vor Schluss eingeholt hätte, wären meine Chancen im Sprint als guter Bahnfahrer intakt gewesen, einen Top 10 Platz herauszufahren...schade !

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Delegation:

Trainer: Daniel Gisiger, Leysin
Mechaniker: Fritz Brühlmann, Zürich
Betreuer: Marcel Segessemann, Bienne

Strassenrennen:
Claudio Imhof, Sommeri
Silvan Dillier, Schneisingen
Patrick Luternauer, Roggliswil
Loic Aubert, Baulmes
Cyrille Thièry, Lausanne

Einzelzeitfahren Strasse:
Claudio Imhof, Sommeri
Patrick Luternauer, Roggliswil

Einzelverfolgung Bahn:
Claudio Imhof, Sommeri

Mannschaftsverfolgung Bahn:
Claudio Imhof, Sommeri
Silvan Dillier, Schneisingen
Cyrille Thièry, Lausanne
Grégory Hugentobler, Lancy

Madison:
Claudio Imhof, Sommeri
Silvan Dillier, Schneisingen

Scratch Race:
Grégory Hugentobler, Lancy

Punktefahren:
Cyrille Thièry, Lausanne

Abflug nach Cape Town, Südafrika: Dienstag, 08.Juli 2008 um 22:45Uhr Zürich-Flughafen.
Flug: LX 288 Zürich-Johannesburg

Hotel (ca. 1km von der Bahn entfernt):
26 on Zinnia Guest
26 Zinnia Street
Ridgeworth
Bellville
7530

Tel: (+27) 21 9100 757
Fax: (+27) 21 9103 123
Cell: 0836458995
Email:
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