News 2009

Sechstagerennen Zürich, 15.-20.12.2009

Vom 15. – 20. Dezember 2009 startete ich schon wie im Vorjahr wieder mit meinem Standartpartner Silvan Dillier am Sechstagerennen in Zürich vor unserem Heimpublikum.
Nach unserem souveränen Vorjahressieg war das Ziel natürlich klar und hoch gesteckt. Wir waren beide sehr gespannt, wie es laufen würde, denn nach unserem langen Australientrip und den vielen Rennen waren wir ziemlich angeschlagen in die Schweiz zurückgekehrt. Vor dem Start waren wir dann sehr konzentriert und fokussiert und konnten dann schon in der ersten Jagd unser Können unter Beweis stellen. Wir gewannen souverän mit Punktemaximum und konnten uns das Leadertrikot überstreifen lassen.
Somit nahmen wir den zweiten Tag als Leader in Angriff und fuhren gleich so weiter, wie wir am ersten Tag angefangen hatten und konnten auf die Zweitplatzierten Thièry – Hugentobler eine Runde herausfahren.
Die dritte Nacht war von Anfang an schnell. Wir konnten jedoch ohne Probleme auch diese Etappe zu jeder Zeit kontrollieren. Im Finale konnten wir dann zum richtigen Zeitpunkt eine Runde auf das ganze Feld herausfahren und gewannen so als Zugabe auch noch den Schlusssprint, so wie es sich gehört.
Am vierten Tag bekriegten sich die Mannschaften Hugenthobler/Thièry und Moser/Traber um Platz 2. Wir wussten das natürlich geschickt auszunutzen und realisierten den ersten Rundengewinn. Auf den letzten zwanzig Runden zündeten wir dann nocheinmal den Turbo und gewannen auch diese Etappe, und dass mit einem Vorsprung von zwei Runden auf die zweitplatzierte Mannschaft.
Einige Stunden später, genauergesagt um Mitternacht, hatten wir die Möglichkeit, um vor vollem Haus unser Können in einem individuellen Punktefahren unter Beweis zu stellen. Ich war natürlich top motiviert und ging mit dem Gedanken an den Start, das Rennen zu gewinnen. Ich fuhr dann auch sehr aktiv und mit meinem Madisonpartner Silvan Dillier dominierte ich auch diesen Einzelevent. Am Schluss konnte ich dann dieses Rennen, welches nicht zur Gesamtwertung zählte, für mich entscheiden. Zweiter wurde Silvan Dillier. Somit zeigten wir einmal mehr, wer das Sagen hatte auf der Bahn und es machte auch höllischen Spass vor so viel Publikum zu fahren und das in der Schweiz.
Mit vier Runden Vorsprung in der Gesamtwertung starteten wir in die vorletzte Etappe. Wir hielten uns am Anfang etwas zurück und liessen die anderen Mannschaften etwas arbeiten, bis diese etwas angeschlagen waren. Wieder im richtigen Moment lancierten wir unseren ersten Angriff. Es war so zusagen der schnellste Rundegewinn, den ich erlebt habe, seit ich Madison fahre. Es ging blitzschnell. Die Beine drehten und drehten und schon waren wir wieder im Feld. In der Schlussphase wurden wir dann von unserem Mechaniker und Seelendoktor Fritz Brühlmann nochmals angepusht und wir brachen zu einem weiteren Rundengewinn auf. Somit ging auch die fünfte Etappe klar mit zwei Runden Vorsprung an uns.
An diesem Abend bestritten wir erneut ein individuelles Punktefahren. Da ich am Vortag gewonnen hatte, war es das Ziel, dass an diesem Abend mein Partner Silvan gewinnt. Er fuhr sehr stark. Ich selber gab ihm auch noch die nötige Unterstützung im Rennen. Somit konnte er als klarer Sieger über die Ziellinier fahren und sich feiern lassen. Ein weiterer Sieg von unserem Team war folgedessen im Trockenen.
Am letzten Tag stand der Sieg praktisch schon fest, nur ein dummes Missgeschick oder ein schwerer Sturz hätten uns noch daran hindern können. Wie man uns kennt, gaben wir natürlich noch einmal alles und wollten dem Publikum noch einmal eine gute Show zeigen, was uns auch gelang. À la Bruno Risi konnten wir auch in der letzten Jagd zwei weitere Rundengewinne herausfahren. Als es dann auf die letzten Runden ging, fuhren wir der Konkurrenz noch einmal davon, damit wir in Ruhe die Zieleinfahrt geniessen und uns feiern lassen konnten. Am Schluss gewannen wir an dem diesjährigen 40.Sixjours de l’avenir in Zürich alle Etappen und dies mit 8 Runden Vorsprung und die beiden individuellen Rennen. Es war unglaublich ! Seit der ersten Austragung erzielte noch nie ein Duo einen so grossen Vorsprung. Einzig Risi/Betschart brachten es vor 20 Jahren auf 3 Runden. Diesen Erfolg haben wir aber auch unseren beiden grossen Förderer Daniel Gisiger und Fritz Brühlmann zu verdanken. Ohne sie wären wir jetz noch nicht da, wo wir sind. Vielen Dank !

Sixdaysnight Genf, 05.12.2009

Ich hatte die Ehre, um mit meinem Vorbild Franco Marvulli eine Mannschaft zu bilden. Das Programm des Abend bestand aus den verschiedenensten Disziplinen, wie Mannschaftsausscheidungsfahren, Derny, Scratch und natürlich die Königsdisziplin Madison. Franco und ich waren vor der abschliessenden Madison gut im Rennen. Wir versuchten in der abschliessenden Jagd nocheinmal alles herauszuholen. Schon früh konnten wir den ersten Rundengewinn vollziehen und konnten sogar einige Punkte sammeln. Kurz vor Schluss setzten wir dann zum allesentscheidenen Rundegewinn an, welchen wir drei Runden vor Schluss vollziehen konnten. Somit standen wir am Schluss zuoberst auf dem Treppchen. Auf dem zweiten Rang platzierten sich Alexander Aeschbach und Tristan Marguet, auf dem dritten Rang Kilian Moser und Loïc Perizzolo, und auf dem vierten Rang mein Teamkollege Silvan Dillier zusammen mit Bruno Risi.
Für mich als aufkommender Jüngling war es ein schönes Erlebnis. Jedoch will ich Franco nächstes mal zeigen, dass ich mehr drauf habe, denn ich war noch ziemlich geschwächt von meiner Krankheit, welche ich auf dem Heimweg von Australien aufgelesen habe und natürlich verspürte ich den Jetlag noch. Jetzt heisst es richtig gut erholen, damit es mir dann für das Sechstagerennen in Zürich wieder besser geht.

Leistungstest AG2R, Grenoble, 07.12.2009

Leider mussten Silvan und ich nach der Profinacht von Genf kurzfristig unseren Verpflichtungen vom Team nachkommen und für einen Leistungstest nach Grenoble zu unserem Teamarzt reisen. Wir fanden es beide nicht so toll, denn wir haben die Erholung sehr nötig, da wir im Moment beide auf dem letzten Korn fahren, aber Pflicht ist nun mal Pflicht. Für die allgemeinen Umstände legten wir aber beide einen sehr angemessenen Test ab. Bei mir gab es jedoch ein kleiner Schock. Während dem Test wurde auch das Herz mittels EKG untersucht, wobei man bei mir während der ersten Phase des Tests das Herz nicht gleichmässig schlug, was wahrscheinlich auf die Krankheit auf der Heimreise und den starken Jetlag zurückzuführen ist. Unser Teamarzt war jedoch gar nicht begeistert und will jetzt verhindern, dass ich am Sechstagerennen in Zürich meinen Vorjahressieg verteidigen kann. Ich werde mich jedoch dagegen wehren und mache jetzt nocheinmal eine Untersuchung in der Schweiz, um den Franzosen zu beweisen, dass alles in Butter ist. Zürich ist ein grosses Ziel von Silvan und mir, nur schon wegen unseren Sponsoren, wir sind es den Leuten schuldig, eine gute Show zu zeigen. Ich werde jetzt positiv denken und hoffe, dass alles in Ordnung sein wird.

Sechstagerennen Nouméa, Neukaledonien

Zwei Tage nach dem Weltcup in Melbourne reisten wird direkt weiter nach Neukaledonien. Dort bestritt ich zusammen mit Silvan Dillier das Sechstagerennen. Nach dem Weltcup und der aufwändigen Reise waren wir vor dem Start der ersten Nacht sehr müde. Wir wussten, dass die Konkurrenz, vor allem die Neuseeländischen Teams und die Malaysianer sehr stark sein werden. Wir liessen uns jedoch nicht einschüchtern, verhielten uns jedoch taktisch sehr intelligent und setzten dann in der Schlussphase der langen Americaine zum Rundengewinn an, welchen wir dann nach einer 40 Runden langen jagt mühsam vollziehen konnten. Die Konkurrenz wehrte sich stark, doch wir konnten nach der ersten Nacht überlegen in Führung gehen. Bis zur zweitletzten Nacht passierte dann nicht allzu viel, wir konnten unsere Führung sogar noch ausbauen. Dann aber stürzte Silvan in der zweitletzten Nacht und blieb gleich eine Weile liegen. Ich ahnte nichts gutes und hoffte, dass es nichts schlimmes sei. In der Zwischenzeit musste ich das Rennen alleine fortsetzten, was vor allem auf dieser schweren 333m-Zementbahn sehr hart ist. Nach einiger Zeit konnte sich dann Silvan wieder aufs Rad schwingen und wir konnten am Schluss die Etappe sogar noch gewinnen. Am letzten Tag mussten wir uns dann noch mal auf etwas gefasst machen, denn wir wussten, dass die Neuseeländer alles daran setzen werden, um das Sechstagerennen zu gewinnen. Sie hatten noch den Vorteil, dass sie mit insgesamt drei Teams vertreten waren und sich gegenseitig unter die Arme greifen konnten. Sie versuchten es von Anfang an. Eine Attacke folgte auf die andere, welche wir allesamt neutralisierten und zum Teil sogar zum Konter ansetzten. Dann ereignete sich aber eine grosse Schrecksekunde. Mein Partner Silvan ging erneut zu Boden. Diesmal aber flog er voll auf den Kopf und es sah schlimm aus. Lange Zeit war ich auf mich alleine gestellt im Rennen und musste die Angriffe neutralisieren. Ich sah Silvan noch immer am Boden liegen und dachte, das alles vorbei ist. Doch unser Coach Daniel Gisiger konnte Silvan irgendwie wieder aufs Rad hiefen. Mein Partner kam zurück ins Rennen. Wie sich jedoch nach dem Rennen herausstellte, wusste er von nichts mehr. Zum Teil sah er mich und wir konnten ablösen, zum Teil aber wusste er gar nicht mehr wo er war. Ich war sehr froh als es dann gegen Ende zu ging und ich wusste, dass wir gewinnen können. Die letzten zwanzig Runden waren extrem hart, denn Silvan war nicht mehr da und es wurde enorm schnell. Als es dann aber auf die letze Runde ging kamen mir die Tränen. Vor Freude aber natürlich auch vor Angst, denn ich wusste nicht, wie es um Silvan ging. Nach der Siegerehrung, an die er sich noch heute nicht erinnern kann, wurde er ins Spital eingeliefert. Dort stellte sich heraus, dass er sich eine Hirnerschütterung zugezogen hatte und er musste zur Sicherheit einen Tag im Spital bleiben. Ich war sehr beruhigt, als ich die Nachricht hörte, dass es nichts schlimmes ist und er ziemlich schnell wieder auf die Beine kommen wird.
Zwei Tage nach dem Rennen konnten wir dann endlich unsere Reise zurück in die Schweiz in Angriff nehmen. Doch die Reise verlief nicht so gut, wie wir uns es erhofft hatten. Auf dem ersten Teilstück von Noumea nach Sydney erwischte ich wohl etwas ungeniessbares mit dem Essen. Ich merkte schon in Sydney vor dem Boarding zum Weiterflug, wie es mir immer schlechter ging. Als wir dann wieder in der Luft waren ging es gar nicht mehr. Mir war es hundeelend und ich musste mich anandauernd übergeben, auch wenn ich nur Wasser trank. Der Flug wurde zum Horror und ich war gottenfroh, als wir endlich in Bangkok zwischenlandeten. Dort erwartete mich und Andrea Wolfer, welche das gleiche Sydrom hatte, der Notarzt. Dieser gab uns eine Infusion, welche den Brechreiz stoppte, damit wir unsere Weiterreise antreten konnten. Auf dem letzten zwölfstündigen Abschnitt von Bangkok nach Zürich ging es mir dann ein wenig besser, doch immer noch nicht wohl. Erst als ich in Zürich ausstieg uns unsere gute, frische und kühle Schweizer Luft einatmete, wurde es mir wieder wohler, und ich war glücklich, nach langer Zeit wieder zu Hause zu sein.
Noch am gleichen Tag liess ich mich zuhause noch vom Doktor durchchecken, er fand jedoch nach gründlichen Untersuchen nichts dramatisches, ich war nur stark dehydriert, denn ich verlor auf der Reise mehr als 4kg Flüssigkeit. Ich hoffe, dass ich schnell wieder auf die Beine komme. Dieser Zwischenfall hätte wirklich nicht sein müssen, man kann leider nichts dagegen tun und ich brauche jetzt die nötige Erholung.

Facts Weltcups Manchester und Melbourne

Weltcup Manchester 30.10. - 1.11. und Melbourne AUS 19. - 21.11.

Bestätigung der guten Zeiten Einzelverfolgung mit 4:35,454 und 4:34,969 ( persönlicher Rekord 4:33,484 aufgestellt beim ersen Start über diese Distanz an der U23 EM in Minsk am 15.7.09.

Zweite Verbesserung des Schweizerrekordes 2009 in der Mannschaftsverfolgung in Manchester mit 4:14,975 und Bestätigung mit 4:15,706 in Melbourne (nach 3500m noch auf Rekordkurs).

Nun nimmt das Team mit Claudio, Silvan Dillier, Loic Perizzolound Andrea Wolfer unter der Leitung von Daniel Gisiger noch in dessen "alter Heimat" Neukaledonien an einem 4tägigen Bahnmeeting teil, bevor es nach 28 Tagen wieder zurück in die Schweiz geht.

UCI Track World Cup Classics, Manchester

An diesem Weltcup, welcher im legendaeren Manchester Velodrome stattfinden, habe ich insgesamt drei Renneinsaetze, naemlich in der Einzelverfolg, im Madison zusammen mit Silvan Dillier und zuguterletzt in der Mannschaftsverfolgung zusammen mit Silvan Dillier, Damien Corthesy und Loic Perizzolo.

EINZELVERFOLGUNG (TAG 1) :
Ich war sehr gespannt, was mit meiner Form zur Zeit fuer eine Zeit moeglich ist. In den Trainings lief es ziemlich gut, doch Rennen und Training ist ja nie dasselbe. Mein Trainer Daniel Gisiger schrieb mir eine Marschtabelle auf 4min 30sek. Ich startete somit ziemlich schnell. Ich fuehlte mich gut und hoffte die angepeilte Pace auch durchzuhalten. Nach etwa 2500m holte ich meinen direkten Gegner ein. Ich machte dann den Fehler, dass ich in in der Kurve, anstatt auf der Gerade ueberholte, was einiges mehr an Kraft kostet. Nach dem Uerberholmanoever war dann irgendwie die Luft draussen, und ich konnte nicht mehr so schnelle Rundenzeiten abspulen. Als ich dann nach 4min 35sek die Ziellinie ueberquerte, war ich ziemlich breit. Mit meiner Leistung bin ich jedoch zufrieden, wenn man weiss, dass ich vor einer Woche noch im Bett lag. Und das mit dem Ueberholen habe ich jetzt auch gelernt.

MADISON (TAG 2):
In der Qualifikation gingen wir auf Nummer sicher, fuhren immer in den ersten Positionen und zogen auf dem fünften Rang souverän in den Final ein.
Silvan und ich waren top motiviert für das Finale. Wir fuhren wieder sehr aktiv und konnten sogar einige Punkte sammeln, obwohl die besten Teams der Profiwelt am Start waren. Etwa fünfzig Runden vor Schluss griffen die Deutschen an und das Rennen wurde extrem schnell. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt etwas Mühe, was verständlich ist in unserem Alter. Unser Trainer Daniel Gisiger sah das und er handelte sofort, da er uns aus dem Rennen nahm, um uns für die Mannschaftsverfolgung, welche am nächsten Morgen stattfand, zu schonen. Wir waren im ersten Moment sehr enttäuscht über diese Entscheidung, denn wir waren wirklich gut im Rennen und wollten den Grossen zeigen, was wir drauf hatten. Doch im Nachhinein müssen wir unserem Trainer vielleicht Recht geben, wir sind noch jung und ich denke ich habe noch Zeit zusammen mit Silvan zu zeigen, was wir drauf haben. Gewonnen wurde das Rennen von den Belgiern, vor den Deutschen.

MANNSCHAFTSVERFOLGUNG (TAG 3) :
Zweite Verbesserung des Schweizerrekordes 2009 in der Mannschaftsverfolgung in Manchester mit 4:14,975
Besetzung: Silvan Dillier, Claudio Imhof, Loïc Perizzolo, Damien Corthesy

Vielen Dank an Daniel Gisiger und Fritz Brühlmann, ohne Euch wäre das alles nicht möglich. Wir sind auf dem richtigen Weg in Richtung Olympia 2012. Ich hoffe wir können uns weiterhin so steigern, wie bis jetzt.

Weltcupvorbereitung fuer Manchester, Aigle

Nachdem ich nach der EM vier Tage zuhause im Bett verbracht hatte und mich wieder fit fuehlte, reiste ich zusammen mit Bernhard Oberholzer nach Aigle. Die ersten zwei Tage trainierten wir alleine auf der Bahn und auf der Strasse. Ich merkte, dass es wieder viel besser lief. Am dritten und vierten Tag kamen dann noch meine Kollegen von der Nationalmannschaft, welche ebenfalls in Manchester am Weltcup teilnehmen werden, dazu. Wir trainierten ziemlich intensiv und es lief mir wieder richtig gut. Somit bin ich zuversichtlich auf den Weltcup.

Europameisterschaften Madison, Gent

Nach dem Silvan und ich zusammen am Dreitagerennen und an der Madisonschweizermeisterschaft in Aigle sehr gute Rennen abgelierfert hatten, waren wir sehr zuversichtlich auf die bevorstehende Europameisterschaft. Nach der Madison-SM in Aigle musste wir gerade weiter in Richtung Frankreich  zu unserem neuen Team nach Chambery. Wir mussten unsere Wohnungen beziehen und alle Anmeldungen und aehnliches fuer die Universitaet unter Dach und Fach bringen, was sehr anstrengend war. Nach drei Tagen in Frankreich fuehlte ich mich irgendwie ziemlich schwach, machte mir jedoch keine Gedanken. So reisten wir wieder zurueck in die Schweiz nach Hause und dann einen Tag spaeter wieder nach Aigle, um noch einmal richtig zu trainieren vor der EM. Am ersten Tag des Trainings lief es mir noch einigermassen gut, doch dann am naechsten Morgen erwachte ich mit Husten und extrem verstopfter Nase. Somit bruch ich das Training ab und reiste dann zusammen mit Silvan wieder fuer die restlichen Tage vor der EM nach Frankreich, um dort die Uni zu besuchen. Ich gab mir wirklich Muehe, mich zu pflegen, doch es wurde nur wenig besser. So reisten wir dann nach Gent. In den letzten Trainings vor dem Wettkampf hatte ich das Gefuehl, dass es wieder kommt, doch am Renntag sah es wieder anders aus. Den Qualifikationslauf ueberstanden wir ohne grosse Probleme, doch dann im Finale war ich von Anfang an richtig am leiden. Mein Partner Silvan tat mir richtig leid, denn er war richtig gut in Form und haette die Punktewertungen gewinnen koennen, so schnell war er, wenn ich ihn richtig lancieren haette koennen. Am Schluss schaute dann der elfte Rang heraus. Wir waren schon sehr enttaeuscht, doch man muss auch sehen, dass wir noch drei Startgelegenheiten haben bei den U23 Madison-Europameisterschaften. Normalerweise waere ich nach dem Rennen direkt mit Tristan Marguet nach Amsterdam gereist, um dort das Sechstagerennen zu bestreiten, doch das machte im kranken Zustand nicht wirklich viel Sinn. Als Ersatz fuer mich ging dann Silvan Dillier nach Amsterdam, und Silvan konnte gleich noch allen zeigen, was er drauf hat, denn er gewann zusammen mit Tristan das Sechstagerennen souveraen. Ich verfolgte das ganze von zu Hause aus dem Bett und gratuliere denn beiden von Herzen.

Swiss Championships Team Pursuit,
20.08.2009, Aigle

In der Besetzung Franco Marvulli, Alexander Aeschbach, Bernhard Oberholzer, Claudio Imhof starteten wir für den VC Hirslanden an der Schweizermeisterschaft in der Mannschaftsverfolgung, welche dieses Jahr zum ersten Mal in Aigle stattfanden.
Um uns noch ein wenig vorzubereiten, reisten wir zusammen mit unserem Rennchef des VC Hirslanden, Hugo Schär, am Vortag nach Aigle, absolvierten ein lockeres Strassentraining und gaben uns den letzten Schliff auf der Bahn. Übernachten durften wir in der Nähe von Les Diablerets in einem kleinem aber feinem Hotel inmitten der schönen Bergwelt.
So waren wir also alle parat, um gutes zu vollbringen.
In der Qualifikation wollten wir einmal sehen, zu was wir fähig waren. Wir fuhren nicht ganz am Limit, aber doch ziemlich zügig und legten mit einer Zeit von 4:18.490 die klare neue Bestzeit auf. Unsere härtesten Konkurrenten, die Equipe Romand, klassierte sich zirka zwei Sekunden hinter uns auf dem zweiten Rang. Im Finale mussten wir dann gegeneinander Fahren. Wir waren topmotiviert und starteten schnell. Schon von Anfang an hatten wir einen kleinen Vorsprung, den wir stetig ausbauen konnten. Kurz vor Schluss der 4000m konnten wir dann die Equipe Romand sogar noch einholen und konnten so mit der zweitbesten je gefahrenen Zeit einer Schweizer Mannschaft mit 4:16.334 den Schweizermeistertitel entgegen nehmen.
Vielen Dank an Hugo Schär, der das ganze organisiert hat. Es war ein super Erlebnis.

Internationales Bahnmeeting, Lyon FRA

Unser Nationaltrainer Daniel Gisiger erhielt vom französischen Radsportverband eine Einladung, um am internationalen, gutbesetztem Bahnmeeting in Lyon FRA teilzunehmen. Er bot folgedessen zwei Teams für diesen Wettkampf auf. In der Equipe Suisse ging Kilian Moser zusammen mit mir an den Start, in der Equipe Romandie Cyrille Thièry zusammen mit Damien Corthesy. Als Betreuer und Männer für alles begleiteten uns die beiden altehrwürdigen Radsportfans- und Unterstützer Marcel Segesseman aus Biel und Michel Vaucher aus Lausanne, da unser Nationalcoach verhindert war.
Nachdem wir drei Tage intensiv in Aigle trainiert haben um uns optimal auf die anstehenden Europameisterschaften in Minsk vorzubereiten, welche in rund zwei Wochen stattfinden werden, wussten wir nicht genau, zu was wir fähig waren, denn wir waren schon etwas müde vom Training. Das erste Rennen bestand aus einer Americainne über 53km. Kilian Moser und ich starteten verhalten, was jedoch nicht hiess, das wir nur mitfahren wollten. Wir hielten uns anfangs in diesem hochkarätigen Peloton mit einigen Profis am Start nur etwas zurück und liessen andere Mannschaften etwas Pulver verschiessen. Als wir dann jedoch aufs ganze gingen, dann richtig. Kilian bereitete mir jeweils die Sprints optimal vor und ich konnte mich dann einige Male durchsetzen. Vor der letzten und entscheidenden Wertung lagen wir einen Punkt hinter der führenden Mannschaft, was zu bedeuten hatte, das wir, falls wir den letzten Sprint gewinnen würden, das Rennen gewonnen hätten. Wir setzten somit alles auf diesen letzten Sprint. Kilian übergab mir eine der vordersten Positionen, doch es wurde ein sehr sehr langer Sprint. Es wurde sehr knapp und ich musste mich leider am Schluss um etwa eine Radlänge geschlagen geben... Doch wir waren dennoch sehr zufrieden mit unserer Leistung in der Königsdisziplin.
Nach einer kurzen Pause stand dann noch ein Punktefahren auf dem Programm. Ich war etwas angeschlagen von den harten Sprints in der Americainne und fuhr somit nicht auf Resultat, verhielt mich jedoch aktiv und leistete als Trainingseffekt dennoch viel Führungsarbeit. Da mein Kumpel Kilian in diesem Rennen gar nicht schlecht im Rennen war, probierte ich ihn ein wenig zu unterstützen. Er wurde am Schluss mit einer starken Leistung sechster. Im abschliessenden Ausscheidungsfahren, welches auf einer so langen Bahn sehr hart ist, probierte ich mich nochmals von meiner besten Seite zu zeigen. Ich konnte mich sehr lange im Rennen halten, doch dann war ich schlecht platziert und konnte mich leider nicht mehr retten. Dennoch ein guter siebter Rang.
Ich denke dieser Event war ein voller Erfolg. Nicht nur was die Resultate anging, sondern auch als Training in Hinsicht auf die anstehenden Europameisterschaften. Die Formkurve scheint weiterhin anzusteigen und ich bin top motiviert.

Ich möchte hier nochmals allen Betreuer, welche uns unterstützt haben, bedanken. Wir sind immer sehr froh auf solch gute Supporter, denn ohne Euch wäre das alles nicht möglich.
Danken möchte ich auch der Familie Hofmann in Lengnau, welche mir auf dem Heimweg, da es sehr sehr spät wurde, eine Schlafstätte anboten.

Trainingsweekend Bahnnationalmannschaft Aigle, 13./14. Juni 09

Nach einer fast neunwöchigen Pause darf ich jetzt endlich wieder voll an die Sache. Nach einigen kurzen Trainings auf der Strasse und mit ein paar Kilos zu viel reiste ich motiviert nach Aigle. Endlich ging es wieder einmal auf die Bahn. Ich konnte es kaum erwarten. Der Schwerpunkt des Trainingsweekendes in Aigle wurde ganz klar auf die Mannschaftsverfolgung gelegt. Wir trainierten technisch, um das Gefühl, welches sehr wichtig für den Vieresport ist, wieder zurückzubekommen. Ich selber hatte schon beim WarmUp meine liebe Mühe, denn ich war schon ziemlich auf eine der obersten Stufe mit meinem Puls, doch irgendwie versuchte ich das auszuschalten und setzte mir in den Kopf, dass es auch so geht, denn ich weiss das ich schnell Rad fahren kann. Irgendwie wirkte dann der Druck, den ich mir selber aufgebaut habe und ich konnte im Vierer mitfahren, als ob ich nie Pause gemacht hätte. Das gab mir sehr viel Selbstvertrauen. Zum Schluss des ersten Tages gab es dann noch eine Session Madison, welche ich natürlich mit meinem Standartpartner Silvan Dillier unter die Räder nahm. Wir verstanden und wie immer ausgezeichnet und konnten sogar den einen oder anderen Rundengwinn vollziehen.
Der zweite Trainingstag begann ich sehr früh. Zusammen mit Silvan nahm ich morgens um sieben Uhr den langen, aber sehr schönen Anstieg nach Torgon unter die Räder. Ich hatte Anfangs grosse Angst, dass ich nicht den Berg hochkomme, ist meine Grundlage doch fast bei Null und ein paar Kilos mehr musste ich ja auch noch Bergwärts bringen. Mit meinem Madisonpartner hatte ich jedoch einen guten Coach an meiner Seite. Er führte mich in einem gleichmässigen Tempo, dennoch ziemlich zügig, den Berg hoch. Es fing mir sogar sehr an zu gefallen, was ich selten empfinde, wenn ich einen Berg hochstrample. Nach unserer kleinen Frühsporteinlage ging es dann direkt auf die Bahn. Es standen wieder einige Einheiten in der Mannschaftsverfolgung, wie auch eine Madison auf dem Programm. Es lief mir wieder ausgezeichnet. Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass ich nach so langer Abwesenheit schon wieder in der Lage bin, einigermassen schnell zu fahren, auch wenn es noch nicht über eine lange Distanz ist.
Die folgende Woche bis zum Rennen in Pfaffnau werde ich bei meinem Trainer Daniel Gisiger in Leysin verbringen. Mit langen Trainings in den Bergen und etwas Höhenluft hoffe ich, das auch meine Grundlagenausdauer wieder konkurrenzfähig wird. Mein Trainer wird sicher gut zu mir schauen und ich denke, dass diese Woche sehr produktiv werden wird.
Vielen Dank schon im Voraus an Daniel und Muriel für die gute Unterkunft.

Lehrabschlussprüfungen

Nachdem ich in den ersten zweieinhalb Lehrjahren ziemlich viel unterwegs war und damit einiges in meiner Ausbildung zum Milchtechnologen verpasst hatte, wusste ich, dass es noch viel zu tun gibt bis zur Lehrabschlussprüfung. Mein letztes Rennen ist jetzt schon mehr als zehn Wochen her, nämlich das Rennen am Ostermontag in Schwarzhäusern. Zu dieser Zeit war ich sowieso von einer Angina geschwächt und eigentlich gezwungen, um einmal richtig zu pausieren. Da ich nicht gerne halbe Sachen mache, beschloss ich mich dann auch endgültig, bis nach der LAP das Velo total zur Seite zu stellen und konzentrierte mich voll auf das Arbeiten im Betrieb und natürlich auch auf das mühsame erlernen der umfangreichen Theorie. Mit der Zeit wurde ich dann auch richtig motiviert zum lernen, wie wenn ich mich im Radsport auf einen Grossanlass vorbereite. So ging es natürlich ein wenig leichter. Einige Tage vor der praktischen Prüfung machte sich dann die grosse Nervosität breit. Ich schlief nicht mehr so gut wie normal, doch das gehört irgendwie dazu, dachte ich mir dann. Als dann der grosse Tag da war, verschwand die Nervosität auf einen Schlag. Ich meisterte die praktische Prüfung im Lehrbetrieb viel besser, als ich es mir je erhofft hatte und war natürlich sehr zufrieden. Dies beeinflusste auch mein weiterer Lernfleiss, denn nur zwei Wochen später standen die theoretischen Prüfungen an, welche drei Tage dauerten. Ich blieb seriös, was das Lernen anging, und konnte dann auch diesen Teil mit Erfolg abschliessen. Das Resultat habe ich leider noch nicht, doch ich denke dass es ganz gut ausfallen wird.
Es war ein irrsinniges Gefühl, als ich das letzte Mal die Schule, in welcher ich jetzt drei Jahre ein und aus ging, verliess. Nun kann ich mich voll und ganz auf den Sport fokussieren. Mein nächstes Ziel werden die Bahn-Europameisterschaften in Minsk BLR sein, bei denen ich ein weiteres Mal die Landesfarben der Schweiz mit Stolz vertreten will. Ein kleiner Traum von mir wäre es natürlich, mein Europameistertitel im Scratch zu verteidigen versuchen, doch das wird sicher sehr sehr schwierig werden, weiss ich doch noch nicht einmal, ob ich dort an denn Start gehen werde oder darf, denn es starten immer die besten zwei des Landes und unter denen befinde ich mich zur Zeit ganz klar noch nicht. Das grosse Ziel ist die Mannschaftsverfolgung, in welcher wir sicher grosse Fortschritte erzielt haben und im Projekt Olympia 2012 ganz klar einen Schritt weiter kommen wollen.

GP de la Courtine, 29.03.2009

Mein erstes Strassenrennen der Saison 2009 stand endlich an. Jedoch stand ich mit gemischten Gefühlen am Start. Schon beim Warmfahren merkte ich, dass ich noch nicht ganz zurück war und meine Beine ziemlich leer waren. Dies bestätigte sich dann auch auf den ersten Runden. Ich war ziemlich schnell am Anschlag und musste manchmal schauen, dass ich überhaupt im Feld bleiben konnte. Für mich ist das etwas ganz neues, dass es mal gar nicht läuft, aber ich muss jetzt auch lernen, damit umzugehen. Ich sehe das positive daraus und denke, dass es mich mental vielleicht etwas stärker macht.
In der drittletzten von insgesamt acht zu absolvierenden ereignete sich im Feld einen Sturz. Ich konnte gar nicht richtig realisieren, was passiert war. Ich weiss nur noch, dass zwei Fahrer vor mir zu Boden gingen und ich nicht mehr einen Hauch einer Chance hatte, um zu reagieren. Insgesamt lagen dann etwa zehn Fahrer auf dem rauen jurassischen Asphalt. Mein Rad war anschliessend ziemlich unfahrbar und ich hatte höllische Schmerzen in meiner linken Hüfte, da ich voll auf diese prallte. Unter diesen Umständen dachte ich mir, machte es nicht mehr wirklich viel Sinn, das Rennen fortzusetzen.
Ich war sehr enttäuscht das Rennen nicht zu Ende zu fahren. Jetzt schaue ich aber vorwärts in Richtung nächstes Wochenende, denn dann stehen die beiden Rennen in Lausanne und Fully an.

Abendrennen Aigle, 26.03.2009

Nach meiner Angina, die mich über eine Woche geplagt hatte, wagte ich mich wieder ins Renngeschehen. Ich wollte schauen wieviel ich wegen der Krankheit verloren habe und ob ich mich wirklich richtig erholt hatte. In den ersten Rennen ging irgendwie noch nicht so viel, dann wurde es jedoch immer besser und konnte das Ausscheidungsfahren für mich entscheiden. Auch das Punktefahren fuhr ich sehr offensiv. Ich merkte jedoch, dass meine Sprizigkeit noch nicht ausreichte, um Wertungssprints zu gewinnen. So versuchte ich es immer wieder nach Llaneras-Style. Ich attackierte immer und immer wieder. Einmal konnte ich mir fast einen Rundengewinn gutschreiben lassen, doch dann organisierten sich meine Konkurrenten im Peloton. Dennoch Rang 3 im Punktefahren.
Infolge des schlechten Wetters verweilte ich zusammen mit Bernhard Oberholzer anschliessend noch zwei Tage in Aigle. Wir konnten gut auf der Bahn trainieren und auch für die Schule konnte ich so das eine oder andere erledigen. Am Sonntagmorgen reisten wir beide dann direkt von Aigle ins Jura für den GP de la Courtine.

Schlechte News

Nachdem meine Form wirklich langsam ins Rollen kam, wurde ich leider von einem Anginavirus heimgesucht. Ich bekam fürchterliches Schluck- und Halsweh, sodass ich den Arzt aufsuchen musste. Dieser musste leider eingesehen, dass es ohne medikamentöse Hilfe viel zu lange dauern würde, bis die Krankheit ausgeheilt wäre. Somit war ich gezwungen, Antibiotika einzunehmen. In dieser Zeit schonte ich mich wirklich, denn ich durfte auch nicht arbeiten. Ich hoffe jetzt, dass mich dieser Virus nicht zu extrem zurückgeworfen hat und will schnell wieder zur alten Form zurückkehren.

Abendrennen Aigle und Trainingsweekend

Als Formtest bestritt ich am Donnerstag, dem 12. März, in Aigle die Abendrennen. Zusammen mit meinem Trainingspartner Bernhard Oberholzer reiste ich ins Welschland. Seit langer Zeit bestritt ich wieder einmal eine Einzelverfolgung. Ich war sehr gespannt, was für eine Zeit herausschauen würde, nachdem ich am frühen Morgen noch in der Käserei gearbeitet hatte. Ich startete schnell und fand sofort meinen Rhytmus, den ich sehr hoch angesetzt hatte. Wie ein Uhrwerk drehte ich meine Runden und konnte am Schluss sogar noch aufdrehen. Als ich die Ziellinie überquerte, hatte mein Trainer Daniel Gisiger ein grosses Grinsen auf dem Gesicht. Ich dachte vorerst, dass ich nicht so schnell war. Aber es war dann doch ein positives Grinsen. Mit einer Zeit von 3:24,479 fuhr ich meinen persönlichen Rekord. Hätte ich diese Zeit zwei Monate zuvor, also noch bei den Junioren gefahren, wäre es neuer Schweizerrekord (Grégory Devaud,bestehend seit 07.07.2002, Zeit: 3:26,144, CMC Aigle) gewesen. Mein Ziel ist es jetzt, ihn in nächster Zeit bei den Elite zu schlagen. Dort ist Franco Marvulli der Rekordhalter seit 2001.
In den restlichen Rennen war ich dann etwas ausgelaugt von der Verfolgung, fuhr jedoch trotzdem noch auf Rang drei im Gesamtklassement des Abends und entschied das Punktefahren über 80 Runden für mich. Dort habe ich jedoch den Sieg meinem Trainingspartner Bernhard zu verdanken, denn er hat mich grossartig unterstützt. Ich hatte nämlich schon ziemlich die Holzschuhe an.
Am Tag darauf war dann polysportiver Ausgleich angesagt. Wir marschierten vor dem Frühstück und bei Sonnenaufgang von Aigle nach Leysin. Dort angekommen, genossen wir ein wunderbares Frühstück bei Daniel Gisiger. Nach dem Essen machten wir uns dann weiter auf die Socken. Mit den Schneeschuhen ging es den extrem steilen Aufstieg von Leysin zur Skistation La Berneuse hoch. Das Wetter und das Panorama waren traumhaft. Wir sahen von Mont Blanc über Eiger, Mönch und Jungfrau bis hin zu den Jurahöhen alles. Es war ein sehr gutes Training und auch ein wenig Balsam für die Seele. Am Nachmittag war dann noch eine sehr intensive Trainingseinheit auf der Bahn angesagt, bevor wir wieder zurück an den Bodensee reisten. Samstag und Sonntag absolvierten Bernhard und ich zuhause, ebenfalls bei schönem Wetter, zwei sehr qualitative Ausdauertrainings.

Trainingslager Giverola ESP, 27.02. - 08.03. 2009

Bereits zum vierten Mal reiste ich mit der Schweizer Nationalmannschaft an die schöne Costa Brava nach Spanien, um mir den letzten Schliff für die anstehende Strassensaison zu holen. Zusammen mit dem Coach Daniel Gisiger verbrachten wir eine super Woche. Wir trainierten sehr qualitativ und nicht zu viel, sodass wir auch nach dieser Woche noch bei Kräften waren. Ich schaute auch dieses Jahr wieder auf optimale Regeneration zwischen den Trainingseinheiten, was sich sehr bewährt. Nebenbei musste ich jedoch auch noch viel lernen für die Schule, denn es geht langsam aber sicher auf die Lehrabschlussprüfung zu. Das Zimmer in Giverola teilte ich mit Jan Keller und Joel Peter, beide noch Junioren. Wir waren auch in dieser Hinsicht sehr professionell, wie es sich für einen guten Radrennfahrer gehört. Wir hatten intern alle unsere "Ämtli". Somit war unser Appartement immer auf Vordermann. Einer war jeweils auch für das Kochen (inoffizielle Mahlzeit für optimale Erholung) nach dem Training zuständig, wie auch für das Wäschewaschen. Es herrschten Zustände wie in einer Vorzeigefamilie =)
Für die Junioren, welche dieses Jahr wie ich im letzten Jahr, am Klassiker Paris-Roubaix teilnehmen wollen, kannte ich in der Region Llagostera eine Naturstrasse, auf welcher man ein wenig die Rennsituation vom Klassiker Paris-Roubaix simulieren konnte. Es hat zwei oder drei ganz schnelle Leute dabei und ich denke, sie hatten auch ihren Spass an diesen Einheiten. Eine grosse Hoffnung setze ich auf Joel Peter. Er ist erst im ersten Jahr als Junior und bringt schon ganz grosse Qualitäten mit, die es braucht für dieses Rennen. Mit ein bisschen Glück und einer guten Form kann er es unter die besten schaffen auf dem Velodrom von Roubaix.

Vorschau

Mein Programm sieht in nächster Zeit wie folgt aus:
Nàchste Woche werde ich mit der Nationalmannschaft nach Giverola (Spanien) fahren, um mir dort den letzten Schliff für die Strassensaison zu holen. Anschliessend möchte ich einige gute Resultate erzielen, um mich für die Flandernrundfahrt zu qualifizieren. Mitte April werde ich dann meine Saison unterbrechen, da ich noch viel für die Lehrabschlussprüfung zu tun habe. Nach den Prüfungen Ende Juni werde ich mich dann voll auf die Bahn EM, welche in Minsk BLR stattfinden wird, vorbereiten. Anschlissend gehe ich nach Belgien zu meinem Team, um dort Fortschritte auf der Strasse zu machen. Ein Leckerbissen wäre natürlich die Qualifikation für die U23 WM im eigenen Land, aber das inst noch weit entfernt. Erst mal muss ich die LAP unter Dach und Fach bringen.

Bahnrennen, CMC Aigle, 19.02.2009

Als Training betrietete ich das Bahnomnium auf der Bahn des World Cycling Centers in Aigle. Hauptgrund war die Flucht vor dem Schnee. In Aigle habe ich eine super Infrastruktur, um auch bei schlechtem Wetter qualitativ gut zu trainieren. Nebst der Bahn stehen auch Kraftraum und Berge, um Schneeschuhlaufen zu gehen, zur Verfügung.
Nun zu den Rennen. Das Omnium bestand aus vier Disziplinen: 400m Zeitfahren, Scratch, Ausscheidungsfahren, Punktefahren. Meine Beine fühlten sich ganz und gar nicht gut an, was wahrscheinlich die Folge war, dass ich am Morgen um 4Uhr aufstand, um arbeiten zu gehen. Auch an die Substanz geht jeweils die rund vierstündige Reise mit dem Zug. Ich war aber motiviert und probierte das beste aus mir herauszuholen, was gleichzeitig auch Training für den Durchhaltewillen war. So platzierte ich mich in den harten Rennen immer auf dem ersten oder zweiten Rang. Somit gewann ich die Gesamtwertung des Omniums und hatte gleichzeitig auch wieder moral getank, denn ich wusste jetzt wieder, dass man auch gewinnen kann, wenn es einem nicht besonders läuft.
Zweiter wurde Mickaël Jeannin (CC Etupes), dritter Paul Sage (AC Bisontine).

UCI Track World Cup Classics 2009 Copenhagen Ballerup, 14.-16. 02.2009

Am Finale der Weltcup Serie von diesem Winter präsentierte die Schweiz seit langer langer Zeit wieder einmal ein Team in der Paradedisziplin der Ausdauerfahrer, der Mannschaftsverfolgung über 4km. Nach einem sehr harten Ausscheidungsweekend auf der Rennbahn in Aigle qualifizierten sich Cyrille Thièry, Silvan Dillier, Loïc Perizzolo und ich für das Team. Eine Woche später hatten wir dann nochmals ein sehr intensieves Wochenende in Aigle, wo wir vorallem an unser Technik feilten. Auch noch fuhren wir einen Test über 4km. Unsere Zeit war damals für die Umstànde ziemlich zufriedenstellen. Das Ziel für Kopenhagen war ganz klar den seit langer Zeit stehenden Schweizerrekord, der bei 4:18.6 steht, zu schlagen.
So flogen wir mit grosser Motivation nach Copenhagen und fokussierten uns dort voll und ganz auf die Mannschaftsverfolgung, da wir keine anderen Disziplinen bestritten. Nun war es soweit. Unser Start stand bevor. Wir starteten schnell und hatten einen schönen Rhytmus angeschlagen. Alles zeichnete sich darauf hin, dass wir den Rekord schlagen würden. Jedoch gingen wir auf dem letzten Kilometer ein bisschen ein. Als ich nach der Zieldurchfahrt auf die Anzeigetafel schaute, blieb die Uhr bei 4:18.9 stehen. Wir waren also 0.3 sec zu langsam für den Rekord. Das hiess: Ziel verfehlt!
Unser Trainer Daniel Gisiger war auch nicht wirklich glècklich. Desshalb sprach er mit den Veranstaltern und wir bekamen am Abend nach dem offiziellen Programm nochmals eine Chance, den Rekord zu brechen. Diesmal wechselten wir noch einen Fahrer aus. Für loïc Perizzolo kam neu Franco Marvulli ins Team. Wir gingen wieder voller Motivation an den Start. Diesmal versagte doch der Profi und Altmeister Franco Marvulli. Beim Start kam er ganz und gar nicht vom Fleck und hatte etwa ein Loch von 20 Meter. Nun dauerte es ein wenig, bis wir uns gefunden hatten. Das ganze war auch sehr unregelmässig, was nicht sehr gut ist. Nach 3km war dann bei Marvulli die Luft draussen und wir mussten zu dritt fertig fahren. Wir gingen alle über unsere Grenzen hinaus, es reichte jedoch schon wieder nicht, was ziemlich sicher auf die Probleme in den ersten beiden Runden zurückzuziehen ist. Mit 4:20 waren wir zwei Sekunden langsamer als im ersten Versuch.
Nun ja, den Rekord verfehlt, aber einiges an wertvollen Erfahrungen reicher geworden, was fèr unsere Zukunft sicherlich sehr gut ist.

Für die Schweiz starteten Franco Marvulli, Tristan Marguet und Andrea Wolfer in den Einzeldisziplinen. Franco wurde zweiter im Scratch, Andrea dritte im Scratch und Tristan mit einer starken Leistung und viel Kämpferherz guter Sechster im Punktefahren der Männer.
Allen herzliche Gratulation!

Sixdays Rotterdam, 02.-07. 01.2009

Nach dem souveränen Sieg durch Silvan Dillier und mich am Sechstagerennen in Zürich, erhielten wir vom Veranstalter des Sechstagerennens in Rotterdam eine Einladung. Wir freuten uns natürlich auf diese Einladung und sagten zu. Jedoch hatten wir beide nicht die Möglichkeit, um diese Event vorzubereiten. Ich musste über die ganzen Festtage Arbeiten (da die Kühe ja jeden Tag Milch geben, die verarbeitet werden muss) und konnte nur ganz flüchtig trainieren, da ich immer breit war, wenn ich von der Arbeit nach Hause kam und Silvan verweilte über die Festtage auf Mallorca und trainierte ein bisschen zu viel , so dass er richtig angeschlagen war, als er nach Hause kam. In Rotterdam gingen wir natürlich als Favoriten an den Start und alle anderen Teams schauten auf uns. Wir merkten jedoch schon in der ersten Etappe, dass es nicht so sehr lief, was ja auch nicht verwunderlich war. So beschlossen wir uns erst einmal nur mitzufahren und uns zu schonen. Am zweiten Tag gingen wir dann aufs ganze als sich die Gelegenheit ergab. Wir griffen an, mit dem Ziel eine Runde auf die anderen herauszufahren. Zuerst sah das auch ganz gut aus. Doch dann organisierten sich hinten alle Teams und machten Tempo. Wir waren fast am Feld dran, doch die anderen gaben noch mehr gas und bei uns ging langsam der Saft aus. So brachen wir das Geschehen nach über 30 Runden in voller Attacke ab und fuhren hoch. Doch es kam noch dicker. Anschliessend wurde das Rennen so schnell, das wir nicht einmal mehr im Feld blieben konnten, da wir so angeschlagen waren und eine Runde verloren. Dann, nach einem Sturz von Silvan, war dann die Moral noch ganz gebrochen und wir verloren bis zum Schluss der Etappe 3 Runden. Für uns war das Sixdays bereits gelaufen. So versuchten wir in den folgenden Tagen einen Etappensieg herauszufahren. Die Holländischen Teams liessen uns jedoch nie nur einen Meter gewähren. Somit erzielten wir nach dem Husarenritt in Zürich nun eine Nullnummer. Ein Rennen zum abhaken. Das einzig positive war, dass wir in Rotterdam jeden Tag in den Medien waren. Dies ist sehr wahrscheinlich unserer kämpferischen Fahrweise zu verdanken.