Seit acht Wochen kann ich jetzt nicht mehr trainieren und mein linkes Knie, an welchem ich eine schwere Sehnen- und Schleimbeutelentzündung habe, ist auch trotz täglicher Physiotherapie nicht viel besser geworden. Radfahren ist zur Zeit unmöglich. Darum habe ich mich für einen operativen Eingriff entschieden. Somit werde ich am nächsten Donnerstag in der Basler Crossklinik am linken Knie von Dr. Gérard Fakas operiert. Er hat schon erfolgreiche Knieoperationen beim letztjährigen Strassenweltmeister Thor Hushovd (NOR) und dem Deutschen Heinrich Haussler vorgenommen, die beide zur Zeit an der 75. Tour de Suisse mitfahren. Man wird mir einen Teil des Schleimbeutels entfernen und ein Stück des Knochens am Kniegelenk abfräsen, damit die Sehne nicht mehr am Knochen reiben kann, wodurch eine Entzündung entstehen kann. Zudem wird die Sehne verlängert. Wie lange die Rehabilitationszeit dauern wird, kann man nicht genau sagen. Es wird jedoch etwa 4 Wochen dauern, bis ich mein Knie wieder richtig belasten kann. Für mich ist die Operation so etwas wie ein Lichtblick am Ende des Tunnels. Ich hoffe dass ich anschliessend wieder voll trainieren kann und ich für die Weltcupsaison wieder bereit sein werde, um an die Erfolge des letzten Winters anknüpfen zu können. Sportliche Grüsse Claudio
„In Magglingen bin ich in den besten Händen“ (Bericht von swiss-cycling.ch) 19.05.2011
Bahnspezialist Claudio Imhof absolviert zurzeit den zweiten Teil der Spitzensport-Rekrutenschule in Magglingen. Zusammen mit Kilian Moser, Loïc Perizzolo, Silvan Dillier, Damien Corthésy, Tristan Marguet, Cyrille Thiéry und der einzigen Frau, Andrea Wolfer, findet Imhof momentan perfekte Bedingungen vor. Doch der Scheint trügt. Denn Imhof ist verletzt und statt täglichem Training steht zweimal am Tag Physiotherapie auf dem Programm.
Ich befinde mich jetzt bereits seit fünf Wochen in der Spitzensport-RS hier in Magglingen. Leider kann ich jedoch nach einer für mich super verlaufenen Wintersaison mit einem Podestplatz im Weltcup und anderen guten Resultaten momentan nicht trainieren, da ich an einer akuten Sehnen- und Schleimbeutelentzündung im linken Knie leide. Anstatt mit meinen Kollegen zu trainieren, absolviere ich zurzeit zweimal täglich eine Physiotherapie im Swiss Olympic Medical Center, wo ich in besten Händen bin. Wir versuchen, mich langsam wieder ans Radfahren heranzutasten, da ich die letzten vier Wochen keinerlei Belastungen machen durfte und total pausieren musste. Nach dem hartnäckigen Virus und der Überbelastung vom letzten Frühling ist das natürlich ein arger Dämpfer und für die Psyche ziemlich schwierig. Aber ich weiss und habe gezeigt, dass ich mich in der Weltspitze behaupten kann und werde natürlich mein Bestes geben, um möglichst bald wieder an den vergangenen Erfolgen anknüpfen zu können. Der Wille ist da und mit der Unterstützung der Spitzensport-RS und der professionellen Infrastruktur hier in Magglingen werde ich bestimmt bald in der Lage sein, um mein Comeback zu geben. Es braucht dennoch viel Geduld.
Weltmeisterschaften Bahn, Apeldoorn NED 23.-27.03.2011
Nun sind die Weltmeisterschaften auch schon wieder Geschichte. Leider konnten wir das angesetzte Ziel, in der 4000m-Mannschaftsverfolgung den Schweizerrekord erneut zu verbessern, nicht ganz erreichen, was bei den Medien im allgemeinen als grosse Enttäuschung abgestempelt wurde. Wir erreichten mit 4min11,682sek den 13. Schlussrang. Man muss jedoch beachten, das die Bahn in Apeldoorn um einiges langsamer ist, als andere Bahnen, auf welchen wir bis jetzt unsere top Zeiten gefahren sind. Und dazu muss man auch sehen, dass dies die drittbeste Zeit war, welche wir je gefahren sind. Da sich meine Form leider schon wieder etwas auf dem absteigenden Gleis befand, das heisst für mich, die WM kam etwa ein bis zwei Wochen zu spät, konnte ich auch in der Einzelverfolgung nicht ganz an die schnellen Zeiten, welche ich in den letzten beiden Monaten gefahren bin, anknüpfen. Ich bin mir aber sicher, das ich mich individuell wie auch mit dem Vierer weiter steigern kann, denn in rund zwei Wochen beginnt in Magglingen die Spitzensport-RS, auf welche ich mich sehr freue. Ich denke wir können in diesen 13 Wochen viel profitieren und hart arbeiten.
Neues Verfolgungsvelo LOOK 496
Pünktlich für die Weltmeisterschaften sind die neuen Verfolgungsräder eingetroffen. Vielen Dank an UGD!
Zum ersten Mal fand im Centre Mondial du Cyclisme in Aigle die Schweizermeisterschaft im Omnium statt. Es ist ein Rennen, das während zweier Tage ausgetragen wird und neu ab London 2012 eine olympische Disziplin ist. Es zählen sechs Einzelrennen zum Gesamtklassement. Das Rundenzeitfahren, Punktefahren und Ausscheidungsfahren wird am ersten Tag ausgetragen. Am zweiten Tag sind noch die Einzelverfolgung, der Scratch und das Kilometerzeitfahren zu fahren. Im Grossen und Ganzen eine harte Sache, wo man vor allem auch Rennglück haben muss, denn das Gesamtklassement wird nach Rangpunkten entschieden. Man darf sich also in einem Punktefahren oder in einem Scratch keinen Lapsus erlauben. Schon im Vorfeld auf diese Omnium-SM wurde ich immer als der grosse Favorit gehandelt, was ich eigentlich gar nicht mag, denn ich habe die Erfahrung daraus gezogen, dass ich mir dann immer selbst zuviel Druck machte und es schliesslich nicht klappte. Silvan Dillier, Tristan Marguet, Jan Keller, Loic Perizzolo und ich gehörten zum engeren Favoritenkreis, der sich nach der ersten Disziplin abzeichnete. Wir duellierten uns immer wieder aufs Neue um jeden einzelnen Rangpunkt. Leider hatte ich im Punktefahren, der zweiten Disziplin, sehr schlechte Beine und ich konnte nicht ganz um den Sieg mitfahren. Ich denke, dass war auch wegen des Druckes, den ich mir selbst aufgesetzt hatte. Im letzten Rennen des ersten Tages, dem Ausscheidungsfahren, wurde sehr agressiv und schnell gefahren. Ich konnte mich stets vorne behaupten und kam zusammen mit Tristan Marguet ins Finale. Dieser war jedoch am Schluss einen Tick sprintstärker und konnte mich auf der Ziellinie noch abfangen. Das Fazit nach dem ersten Tag war sehr durchzogen, denn ich lag nur auf dem vierten Rang im Gesamtklassement. Nun galt es also am zweiten Tag in keiner Disziplin eine Schwäche zu zeigen. Es begann mit der 4000m Einzelverfolgung, einer meiner Paradedisziplinen. Ich wollte den Titel holen, aber dies war nur noch möglich, wenn am zweiten Tag alles klappte. Dementsprechend startete ich schnell in die Verfolgung und konnte meinen direkten Gegner, Jan Keller, schon nach neun Runden ein- und überholen. Ich flog sozusagen um die Bahn und vollendete mit 4min 29,187sek einen neuen Bahnrekord, den vor 4 Jahren der Moldavier und jetzige Katusha - Strassenprofi Alexandre Pliuschin aufgestellt hatte. Somit hatte ich im Gesamtklassement wieder einen Schritt nach vorne gemacht und lag jetzt an zweiter Stelle, mit nur einen Rangpunkt mehr als Silvan Dillier. Im anschliessenden Scratch-Race setzte ich dann auf alles oder nichts. Das über 15km führende Rennen war ausserordentlich schnell, doch ich wollte es nicht auf einen Schlusssprint ankommen lassen, denn Tristan Marguet und Silvan Dillier sind sehr schnelle Männer, wenn es um Sprints geht. Somit attackierte ich drei Runden vor Schluss mit aller Kraft, die ich noch hatte und konnte mich leicht vom Feld lösen. Drei Runden können jedoch sehr lange sein. Ich pokerte ein bisschen mit einem grösseren Gang, doch ich ging auf der letzten halben Runde etwas ein und das Feld holte mich kurz vor der Ziellinie wieder ein. Somit wurde ich vierter im Scratch und konnte den Meistertitel definitiv abschminken. Im abschliessenden Kilometerzeitfahren ging es dann noch um Silber oder Bronze. Da ich aber im Scratch alle meine Körner liegen gelassen habe, wurde ich im Kilometerzeitfahren einen Wimpernschlag hinter Tristan Marguet klassiert, das heisst er wurde Zweiter und ich Dritter des Gesamtklassements. Schweizermeister wurde verdient Silvan Dillier. Leider konnte ich den Erwartungen nicht standhalten, dennoch bin ich zufrieden mit meiner Leistung und der Bahnrekord soll ja auch noch ein kleiner Trost sein.
Trainingslager Mallorca
Vom 25. Februar bis 6. März war das Elite
Bahnnationalmannschaftskader und die Junioren Strassennationalmannschaft
auf Mallorca im Ausdauertrainingslager.
Insgesamt waren wir 20 Rennfahrer. Für uns Elitefahrer stand neben
dem Ausdauertraining auch die Vorbereitung für die bevorstehende
Weltmeisterschaft vom 23. – 27. März im Vordergrund. Da das Wetter nicht
alle Tage eine lange Ausfahrt zuliess, nutzten wir diese, um trotz
Regen und Kälte, kürzere aber umso intensivere Trainings zu absolvieren.
Nach den zehn Tagen Training auf Mallorca haben wir uns sicher eine gute
Form für die kommende Weltmeisterschaft aufgebaut und eine Grundlage
geschaffen für eine erfolg-reiche Strassensaison. Am nächsten Wochenende
findet in Aigle die Schweizermeister-schaft im Omnium statt. Ein
Formtest für alle WM-Kandidaten verspricht sicherlich ein spannender
Kampf um das Meistertrikot.
Weltcup Manchester 18.-20.02.2011
Nach den gut verlaufenen Vorbereitungen auf der Bahn in Aigle freute ich mich auf den vierten und letzten Weltcup in diesem Winter, welcher in der Bahnradsporthochburg Manchester stattfand. In der Besetzung Imhof-Thièry-Beer-Perizzolo starteten wir in der Mannschaftsverfolgung. Leider war fast die ganze Mannschaft, ausser mir, ein bisschen am "kränkeln". Einige mussten sogar das Training ausfallen lassen und kamen erst am Tag vor dem Wettkampf wieder auf die Bahn. Somit konnten wir nicht allzu viel erwarten, ich probierte jedoch mit meinen Führungen den Schwung beizubehalten, um nicht all zu viel Zeit zu verlieren. Mit einer Zeit von 4min 12,590sek war die Zeit nicht all zu schlecht, doch es reichte lediglich für den 17. Rang. Ich probierte den Vierer wegzustecken und konzentrierte mich auf die Einzelverfolgung, welche einen Tag später stattfand. Ich war topmotiviert und versuchte wie immer, mich von der besten Seite zu zeigen. Mit 4min 29.048sek stellte ich eine neue persönliche Bestzeit auf und war mit dem neunten Rang sogar noch in den Top Ten klassiert und nur 1,9sec über dem 10jährigen Schweizerrekord von Franco Marvulli. Ich war happy und konnte feststellen, das ich immer noch ein Einzelverfolger bin, denn ich hatte vor dem Start ein bisschen Bedenken, da ich zuvor fast eineinhalb Jahre keine Einzelverfolgung mehr bestritten habe.
Nach demWeltcup in Kolumbien kurz vor Weihnachten brachen wir nun wiederum auf, um dieSchweizer Farben an einem Weltcuprennen zu vertreten. Nach einerpraktisch optimalen Vorbereitung war ich topmotiviert und freute mich auf dieanstehenden Rennen.DasHauptziel der Schweizer Delegation war ganz klar die Mannschaftsverfolgung, inwelcher wir uns für die Olympischen Spiele 2012 qualifizieren wollen. DieMannschaftsverfolgung war dann auch das erste Rennen des Events. In derBesetzung Dillier-Imhof-Peter-Hugentobler gingen wir an den Start. Somit warenwir das jüngste Team im Starterfeld. Nach einem sehr guten Start hiess es dann,die angeschlagene Pace durchzustehen. In Folge der kühlen Temperaturen und dersehr tiefen Luftfeuchtigkeit in der Halle waren es für einmal nicht die Beine,sondern die Lunge, die einem zu schaffen machte. Dennoch konnten wir mit 4min12sek eine ansprechende Zeit herausfahren und platzierten uns am Ende auf demguten achten Rang.Wir könnenmit diesem Resultat sichtlich zufrieden sein und wir befinden uns auf gutem Wegin Richtung Olympia.Alseinziger Schweizer hatte ich nebst der Mannschaftsverfolgung noch einenweiteren Renneinsatz, nämlich das Punktefahren, welches das letzte Rennen desWeltcups in Peking war. Zuerst musste ich jedoch die immer schwierigenQualifikationsläufe, welche jeweils etwa fünf Stunden vor dem Finalestattfinden, überstehen. Vor dem Start war ich ziemlich nervös, wusste jedochvon der Mannschaftsverfolgung und vom Training, dass die Beine laufen. Ichkonnte mir dann im ersten Sprint gleich das Punktemaximum holen und konntedanach nur noch mitfahren und meine Kräfte für das Finale sparen.Für dasFinale war mein Ziel, ein gutes Rennen abzuliefern und Erfahrungen sammeln,denn für mich war das einer der ersten Einsätze in so einem Profifeld. Ichwusste von Anfang an, dass es sehr hart werden wird, darum hielt ich mich inder ersten Rennhälfte etwas zurück. Um in den Wertungssprints punkte zusammeln, muss man sehr viel Energie aufwenden, die einem dann vielleicht zueinem späteren Zeitpunkt fehlen. Darum entschied ich mich abzuwarten und zupokern. Als sich dann etwa 25 Runden vor Schluss eine gute Situation ergab unddie meisten meiner Konkurrenten am Ende waren, konnte ich mich mit den beidenRussen Alexei Markov und Arthur Ershov vom Feld absetzen. Hinten wurde nochlangezeit gefahren, doch wir bissen auf die Zähne, lösten uns mit derFührungsarbeit immer schön ab und konnten dann etwa zwölf Runden vor Schlussden entscheidenden Rundengewinn vollziehen. Somit hatte ich den dritten Platzauf sicher. Bei der Zielüberquerung und auch anschliessend konnte ich es kaumfassen, dass ich gleich im ersten Einzelrennen in der Profikategorie an einemWeltcup eine Medaille gewinnen konnte. Es ist einfach unglaublich.Ichverdanke diesen Erfolg vor allem auch unserem Nationaltrainer Daniel Gisigerund unserem Physio Dan Pöschick, welche alles für uns Athleten gemacht haben,damit wir zur richtigen Zeit unsere volle Leistung abrufen konnten.Ich freuemich schon jetzt auf den nächsten Weltcup, welcher vom 18.-20. Februar inManchester stattfinden wird.
Bereits zum
dritten Mal in diesem Winter hatte ich die Ehre um am Cycling Revolution in
Manchester an den Start zu gehen. Nach einem zweitägigen Vorbereitungscamp für
den anstehenden Weltcup in Peking mit der Nationalmannschaft in Aigle, reiste
ich nach Manchester, um mir dort in den sehr gut besetzten Rennen den letzten
Schliff zu gehen.
Ich konnte
mich in allen Rennen sehr gut in Szene setzen. Im Scratch-Race fehlten mir nur
einige Zentimeter zum Sieg und im 1km Teamzeitfahren, welches ich wie schon die
letzten beiden Mal mit dem britischen Nachwuchstalent Sam Harrison bestritt
wurden wir nur von Olympiasieger Ed Clancy und seinem Partner Andy Tennant um
winzige 0.01 Sekunden auf den zweiten Rang verdrängt.
Für mich
war Manchester einmal mehr ein grossartiges Erlebnis. Nebst der guten
Vorbereitung für Peking konnte ich auch sehr viel Moral tanken.
Winterpause
Nach der
strengen Zeit mit vielen Rennen vor der Weihnachtszeit, gönnte ich mir zwischen
Weihnachten und Neujahr eine Auszeit. Beim Skifahren hatte ich mächtigen Spass
und konnte so richtig entspannen, was zwischendurch auch sehr wichtig ist.
Anschliessend
nahm ich das Training wieder auf, jedoch nicht auf dem Rad, sondern auf den
Langlaufskis. Ich fühlte mich auch ziemlich schnell wieder fit und war dann
bereit für die Weltcupvorbereitungen auf der Bahn.
Weltcup Cali (Kolumbien), 17.-19.12.2010
Letzten Dienstag kamen wir morgens nach einer langen Reise in
Kolumbien an. Wir hatten nicht mehr viel Zeit, um uns auf den Weltcup
vorzubereiten. Wichtig für uns war, dass wir uns schnell wieder an den
grossen Gang der Verfolgung gewöhnten, denn am Sechstagerennen fährt man
einen viel kleineren Gang mit weniger Kraft.
Am fünften Tag nach unserer Ankunft stand
dann unser Rennen auf dem Programm, die Mannschaftsverfolgung. In den Trainings fuhren Alexander Aeschbach, Silvan Dillier, Loïc Perizzolo und ich konstant
gute Zeiten und somit waren wir für den Wettkampf ziemlich
optimistisch. Ein neuer Schweizerrekord wäre sicher schön gewesen, doch
muss man auch bedenken, dass eine offene Bahn wie in Cali immer von Wind
geprägt ist. Unser Ziel war, eine gute Zeit und Punkte für die Olympia
Qualifikation zu holen. Mit 4min 11.178sek fuhren wir die
zweitschnellste Zeit, die ein Schweizer Bahnvierer je gefahren ist. Wir
verpassten damit das kleine Finale lediglich um eine halbe Sekunde und
wurden sechste. Somit kehren wir morgen mit einigen Olympiapunkten im Gepäck in die Schweiz zurück.
Sechstagerennen Zürich 30.11.-05.12.2010
Das 54. Zürcher Sechstagerennen ist auch schon wieder Geschichte. Silvan und ich setzten nochmals alles daran, um die vor uns liegenden Belgier Mertens/De Ketele zu überholen. Doch nach den vielen Anstrengungen der vergangenen Tage ging auch uns etwas die Kraft aus. Wir blieben auf dem trotzdem guten siebten Schlussrang.
Das 54. Zürcher Sechstagerennen ist auch schon wieder Geschichte. Silvan und ich setzten nochmals alles daran, um die vor uns liegenden
Belgier Mertens/De Ketele zu überholen. Doch nach den vielen
Anstrengungen der vergangenen Tage ging auch uns etwas die Kraft aus.
Wir blieben auf dem trotzdem guten siebten Schlussrang.
Ich habe während allen sechs Tagen auf live-radsport.ch ein Tagebuch geschrieben, welches man unter folgendem Link nachlesen kann:
Sechstagerennen U23 Gent BEL, 23.-28.11.2010
Erfolgreiche Hauptprobe
Gestern Sonntag endete das Sechstagerennen in Gent. Silvan und ich betritten zusammen das UIV U23 Rennen als Vorbereitung für unser Debüt bei den Profis in Zürich. Unser Ziel am UIV Sechstagerennen in
Gent war die Vorbereitung für das Profisechstagerennen in Zürich. Die
Bahn in Belgien ist nur 166 Meter lang und daher sehr hektisch. Wir
starteten verhalten in die erste Jagd und beendeten das Rennen als
Dritte.
In den darauffolgenden Tagen konnten wir uns kontinuierlich steigern.
Neben den vielen Stürzen im Fahrerfeld näherten wir uns trotzdem jeden
Tag dem Erstklassierten. So konnten wir uns am vorletzten Tag das gelbe
Leadertrikot überstreifen lassen. Natürlich setzten wir am letzten Tag
alles daran, um es behalten zu können und gewannen mit 20 Punkten vor
den Australiern und 55 vor den Briten. Mit einer erfolgreichen Hauptprobe in Gent starten wir nun morgen Abend in Zürich am Profisechstagerennen.
Revolution 30, Manchester GBR, 20.11.2010
Ich hatte die Ehre, im bahnradsportverrückten Manchester, beim legendären Cycling Revolutiom, starten zu dürfen. Zusammen mit Franco Marvulli, Sebastian Donadio und Christian Grasmann flog ich nach Manchester. Wir wurden dort herzlichst empfangen. Das Rennprogramm ist dort anders als an einem Sechstagerennen. Die Leute wollen Sport sehen, keine andere Shows. Darum ähnelt die Atmosphäre dort eher an einer eines Weltcups. Weltcup oder Sechstagerennen hin oder her, laut wurde es auf alle Fälle im Manchester Velodrome. Ich startete zusammen mit anderen Fahrern für das Team Manchester City Council. Von ganz jung bis erfahren war alles dabei. Es machte richtig Spass dort zu fahren und es war sicher auch ein optimaler Test für das Sechstagerennen in Gent, welches ich zusammen mit Silvan Dillier bestreiten werde. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Revolution, welches am 11. Dezember stattfinden wird.
Nachdem ich in den letzten beiden Jahren jeweils mit Silvan Dillier den dritten Rang belegte, ging ich in diesem Jahr zusammen mit dem Routinier Alexander Aeschbach an den Start. Unser Ziel war ganz klar, wir wollten das Beste herausholen. Leider merkte ich schon von Anfang an, dass ich nicht mehr über viele Kräfte verfügte und das harte Finale vom 3 Jours d'Aigle spuren hinterliess. Wir konnten dann dennoch als einzige Mannschaft nebst Marvulli - Perizzolo einen Rundengewinn vollziehen, hatten jedoch weniger Punkte als die späteren Schweizermeister Marvulli - Perizzolo und konnten diesen Rückstand nicht mehr wettmachen. Den dritten Rang belegte Tristan Marguet zusammen mit Dominique Stark. Vielen Dank an Aeschbi, denn er hat sich die Mühe gegeben, mit einem Jüngling wie mir zu fahren. Ich kann aus solchen Situationen natürlich immer profitieren. Das bringt mich weiter. Gratulation an Marvulli - Perizzolo, sie waren an diesem Tag klar die stärksten auf der Bahn.
3 Jours d'Aigle, 30.09.-02.10.2010
In der Finalnacht des 3 Jours
d’Aigle belegten Leif Lampater und ich in der ersten Jagd den zweiten
Platz hinter den Österreichern Müller - Graf und konnten die zweite Jagd
sogar mit einem harten Fight gewinnen. Wir gaben alles und fuhren jeden Sprint. Allerdings reichte es ganz knapp nicht für den Gesamtsieg. Gerade
einmal zwei Punkte fehlten zu den Siegern Müller - Graf. Dritte wurden
Aeschbach - Keller vor Grasmann - Moser. Mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden, wenn man beachtet, dass ich vor zwei, drei Wochen noch ziemlich auf einem tieferen Niveau fuhr. Ich hoffe aber, dass ich trotzdem die Erwartungen meines Partners erfüllt habe. Es hat mir auf jeden Fall sehr viel Spass bereit. Vielen Dank Leif!
1. Andreas Müller (AUT) - Andreas Graf (AUT) 55 Punkte 2. Leif Lampater (GER) - Claudio Imhof (SUI) 53 Punkte 3. Alex Aeschbach (SUI) - Jan Keller (SUI) 27 Punkte 4. Christian Grasmann (GER) - Kilian Moser (SUI) 25 Punkte eine Runde zurück 5. Marcel Barth (GER) - Dominik Stucki (SUI) 11 Punkte 6. Franco Marvulli (SUI) - Dominique Stark (SUI) 2 Punkte 7. Tristan Marguet (SUI) - Loïc Perizzolo (SUI) 2 Punkte zwei Runden zurück 8. Ralf Matzka (GER) - Cyrille Thièry (SUI) 0 Punkte drei Runden zurück 9. Angelo Ciccone (ITA) - Damien Corthésy (SUI) 8 Punkte vier Runden zurück 10. Maxime Bally (SUI) - Bernard Oberholzer (SUI) 2 Punkte 11. Fabio Masotti (ITA) - Grégory Hugentobler (SUI) 2 Punkte fünf Runden zurück 12. Amir Zargari (IRN) - Abbas Saeidi Tanha (IRN) 0 Punkte sechs Runden zurück 13. Jules Pijourlet (FRA) - Kévin Fouache (FRA) 0 Punkte
Vorschau 3 Jours d'Aigle und Schweizermeisterschaften Madison
In der kommenden Woche finden in der Schweiz gleich zwei Grossanlässe auf der Bahn statt, nämlich im World Cycling Center in Aigle. Vom Donnerstag, dem 30.09. , bis am Samstag, dem 02.10. , findet das Prestigeträchtige Dreitagerennen von Aigle statt. Dann am Sonntag, dem 03.10. , finden gleich noch die Schweizermeisterschaften im Madison statt. Ich habe die Ehre, das Dreitagerennen mit dem bekannten deutschen Sixdaysprofi Leif Lampater zu bestreiten. Ich freue mich sehr auf diesen Event und hoffe, dass ich meinen Partner nicht enttäuschen werde. Die Schweizermeisterschaften im Madison, welche gleich einen Tag im Anschluss stattfinden, werde ich zusammen mit dem Routinier Alexander Aeschbach unter die Räder nehmen. Ich hoffe, dass ich nach dem Dreitagerennen, welches sehr intensiv werden wird, noch genügend Energie habe, um zusammen mit Aeschbi für Furore zu sorgen. (Foto: 3 Jours d'Aigle 2009, Mannschaft Imhof-Dillier)
Dienstagabendrennen Zürich-Oerlikon, 21.09.2010
Gestern Dienstag, den 21.09.2010, fand auf der altehrwürdigen Rennbahn in Zürich-Oerlikon das letzte Saisonmeeting des Jahres 2010 statt. Bei wunderschönem blauen Himmel aber kühlen Temperaturen konnten wir Fahrer uns ein weiteres Mal miteinander messen und uns auf der Bahn bekriegen. Nach der EM, welche letzte Woche zu Ende ging, wusste ich nicht genau, wo ich genau stand. Denn im abschliessenden Madisonbewerb an der EM, lief es mir überhaupt nicht. So startete ich gestern bei regem Zuschauerauflauf in Zürich ganz ohne Druck und liess mich von meiner Form überaschen. Im Auftaktrennen des Abends, einem Ausscheidungsfahren, blieb ich lange im Rennen und konnte dann im Finale gegen den Zürcher Dominik Stucki im Finale um den Sieg fahren. Da ich am Schluss wahrscheinlich noch über mehr Kräfte verfügte, konnte ich meinen ersten Sieg des Abends feiern und einen schönen Blumenstrauss von Blumen Remund in Wallisellen in Empfang nehmen. Als zweites Rennen stand ein Scratch-Race auf dem Programm, welches von Anfang an sehr schnell in Angriff genommen wurde. Nach einer sehr schnellen Phase zog ich weiter und setzte zum Angriff an. Es konnte mir lediglich Dominique Stark, der Fahrer vom RV Uster Flatera, folgen. Wir machten dann sofort gemeinsame Sache und da wir beide hervorragende Verfolger sind, konnten wir uns mehr und mehr vom Feld absetzen und machten den Sieg untereinander aus. Ich wurde leider auf der Ziellinie um einige Zentimeter übersprintet, war jedoch glücklich über den zweiten Rang, da es mit einem Durchschnittstempo von 52.9km/h ein sehr schnelles Rennen war. Im abschliessenden Punktefahren hielt ich mich am Anfang noch etwas zurück, da ich wusste, dass es vor allem bei diesen kühlen Temperaturen ein sehr hartes Rennen geben könnte. Nach etwa 15 Runden lancierte ich die erste Attacke. Es bildete sich dann gleich eine sechsköpfige Spitzengruppe, welche nach einiger Zeit den Rundegewinn vollziehen konnte. Anschliessend konnte ich mir in den Wertungssprints am meisten Punkte erkämpfen und konnte somit den zweiten Sieg des Tages feiern. Mit zwei Siegen und einem zweiten Rang konnte ich einen schönen Abschluss der diesjährigen Outdoor-Saison feiern. Schade ist sie schon vorbei, aber ich freue mich schon jetzt auf nächste Saison, denn die Atmosphäre an den jeweiligen Dienstagabendrennen ist immer grossartig. Vielen Dank auch an die Organisatoren und den vielen freiwilligen Helfern. Ohne Euch wäre das alles nicht möglich.
Bahn-Europameisterschaften U23, St.Petersburg RUS, 10.-15.09.2010
Vom 08.09. bis zum 16.09. hielt ich mich zusammen mit der Schweizer Bahnnationalmannschaft im russischen St.Petersburg auf, wo die alljährliche U23 Bahn-EM stattfand. Für diese Titelkämpfe fokussierte ich mich vor allem auf den Vierer, mit welchem wir uns auch für die Olympischen Spiele 2012 in London qualifizieren wollen. Die Mannschaftsverfolgung war dann auch die erste Disziplin für uns Schweizer. Wir waren alle topmotiviert und waren bereit, alles zu geben. Somit starteten wir also in der Besetzung Imhof-Keller-Moser-Perizzolo auf die 4000m. Wir konnten schnell ein angemessenes Tempo an den Tag legen und überquerten dann die Ziellinie mit einer Zeit von 4:14.441. Im ersten Moment waren wir ein wenig enttäuscht, wollten wir doch den Schweizer Rekord, der um etwa eine Sekunde schneller ist, brechen, doch man muss auch beachten, dass die Bahn in St.Petersburg um etwa 5 Sekunden auf 4000m langsamer ist als zum Beispiel die ultraschnellen Holzovale wie Manchester oder Kopenhagen, wo die letzten beiden Schweizer Rekorde erzielt wurden. Dazu kam noch, dass wir am Schluss auf dem für uns ausgezeichneten fünften Rang klassiert waren. Den Einzug ins kleine Finale, in welchem um die Bronzemedaille gefahren wurde, verpassten wir nur um winzige 0.26 Sekunden. Im Vergleich zu den letzten beiden Jahren sind wir jetzt bei den Top-Nationen von Europa mit dabei. Die Arbeit trägt Früchte und ich bin mir sicher, dass wir uns weiter steigern können, denn wir haben noch einiges an Potenzial, das wir ausschöpfen können. Ich bin zuversichtlich für unsere Zukunft und ich bin motivierter denn je zuvor für die Mannschaftsverfolgung. Der Team-Spirit ist da, was ein wichtiger Punkt für weitere Erfolge wäre. Einen Tag nach der Mannschaftsverfolgung stand für Jan Keller das Punktefahren auf dem Programm. Ich war natürlich live mit dabei, um in unterstützen zu können. Jan fuhr stets aktiv, aber doch kräfteschonend. Als in den letzten zehn Kilometern das grosse Finale eröffnet wurde, war er noch einer der wenigen, die noch Kräfte hatten. Er konnte sogar acht Runden vor Schluss, zusammen mit dem späteren Europameister Arthur Ershov RUS, den entscheidenden Rundengewinn erzielen. Somit klassierte sich Jan auf dem Schlussklassement auf dem sensationellen zweiten Rang. Mit dieser Leistung hat uns Jan alle überrascht, aber ich mag es ihm von Herzen gönnen. Das ist der Lohn für seine ausserordendlich erfolgreiche Saison. Er darf sich jetzt also verdient Vize-Europameister nennen. Einen Tag später stand für Loïc Perizzolo das Scratch-Race auf dem Programm. Für einen so endschnellen Fahrer wie Loïc es ist, ist das Scratch-Race eigentlich die optimale Disziplin. Auch er fuhr stets aktiv, verballerte aber nicht unnötig Kräfte. Leider konnte ein Spanier kurz vor Schluss einen Solo-Rundegewinn vollziehen. Somit war der Europameistertitel quasi schon vergeben. Im Sprint ging es dann noch um Rang zwei. Loïc war eine Runde vor Schluss nicht in bester Position, konnte dann aber dank einem enorm schnellen Endspurt noch richtig an Boden gutmachen. Er klassierte sich am Schluss auf dem undankbaren vierten Rang und verpasste eine Medaille nur um ein paar Zentimeter. Loïc war aber klar der schnellste Mann auf der Bahn. Ich hoffe für ihn, das es für ihn einmal klappt in der nächsten Zeit. Am letzten Tag der EM fuhr ich zusammen mit Loïc Perizzolo noch das Madison Rennen über 40km. Als zweite Schweizer Mannschaft stand Kilian Moser zusammen mit Jan Keller am Start. Vor dem Start fühlte ich mich ausgezeichnet und war top motiviert, um eine Glanztat zu vollbringen. Leider merkte ich schon nach ein paar Runden, dass mein Kreislauf einfach nicht mitspielen wollte. Ich lief die ganze Zeit voll am Anschlag, versuchte aber doch immer wieder meinen Sprinter Loïc Perizzolo zu lancieren. Dieses Unterfangen gelang mir jedoch nur selten, da ich einfach zu wenig Kraft umsetzen konnte, um ganz vorne mitzufahren, wenn es auf die Sprintwertungen zuging. Mein Partner tat mir sehr leid, denn wenn ich im Stande gewesen wäre, um in jeweils optimal zu lancieren, wäre eine Medaille dringelegen, da bin ich mir sicher, denn Loïc war in einer ausgezeichneten Verfassung. Dem zweiten Schweizer Team lief es leider auch nicht besser. Somit war das Madison eine kleine Ernüchterung für uns Schweizer. Wir klassierten uns auf Rang sieben und acht. Fazit: Im grossen und ganzen eine sehr erfolgreiche EM für uns Schweizer. Vor allem der Vierer macht uns Freude. Wir haben bewiesen, dass wir etwas drauf haben und werden weiterhin alles geben, um uns für Olympia zu qualifizieren. Für mich persönlich war es ein ziemlich guter Wiedereinstieg in das internationale Renngeschehen. Ich fuhr zwar mit Mannschaftsverfolgung und Madison nur ein kleines Programm, konnte jedoch im Vierer richtig Gas geben und habe bewiesen, dass ich es auch nach meiner verpassten Saison noch drauf habe.
U23 Bahn-EM Vorbereitung in Aigle
Eine halbe Woche vor der Abreise nach St.Petersburg trainierte die ganze Schweizer Selektion noch einmal zwei Tage auf der Rennbahn in Aigle. Wir fuhren den Umständen entsprechend sehr stark, waren aber am Ende der zwei Trainingstage alle verdient ziemlich müde. Wir freuen uns jetzt auf die EM in Russland und geniessen noch zwei ruhige Tage zu Hause, welche wir voll und ganz der Regeneration widmen werden.
Wie schon im letzten Jahr startete ich zusammen mit Alexander Aeschbach, Franco Marvulli und Bernhard Oberholzer für den VC Hirslanden an der Schweizermeisterschaft in der 4000m Mannschaftsverfolgung. Die Titelkämpfe wurden jedoch nicht wie letztes Jahr in Aigle, sondern wieder auf der Offenen Rennbahn in Zürich-Oerlikon ausgetragen. Da wir nie richtig auf diesen Wettkampf hin und vor allem nie in dieser Besetzung zusammen trainieren konnten, trafen wir uns schon morgens um 9.00Uhr auf der Bahn in Zürich, wo wir noch eine gute Trainingseinheit abspuhlten. Anschliessend wurden wir dann von unserem Rennchef Hugo Schär zum Mittagessen eingeladen. Am Nachmittag machten wir es uns bei Franco zu Hause gemütlich und wurden sogar noch massiert. Schon im letzten Jahr machten wir ein ähnliches Rennvorbereitungsprogramm. Ich finde es immer sehr gemütlich und ich denke es ist sehr gut für den Team-Spirit, denn am Abend, als es dann auf der Offenen Rennbahn bei sehr kühlen Temperaturen zur Sache ging, waren wir alle bereit, um unser bestes zu geben. Schon in der Qualifikation sicherten wir uns die beste Zeit. Im Finale konnten wir uns dann noch einmal um ganze vier Sekunden steigern und konnten unseren Titel für den VC Hirslanden erfolgreich verteidigen. Vielen Dank an Hugo Schär für seine Arbeit, die er über das ganze Jahr für uns leistet!
Rückblick Spitzensport-RS
Vom 5. Juli bis zum 6. August absolvierte ich zusammen mit meinen Bahnnationalmannschaftskollegen Silvan Dillier, Tristan Marguet, Kilian Moser, Loïc Perizzolo, Cyrille Thièry und Damien Corthésy die Spitzensport Rekrutenschule in Lyss. Nebst uns Bahnradfahrern waren in unserem Zug noch andere Sportarten wie Nordische Kombination, Skicross, Squash, Taekwondo und Bob untergebracht. Es herrschte von Anfang an eine sehr kollegiale Atmosphäre und wir wuchsen zu einer grossen Familie heran. Wir hatten wärend den fünf Wochen immer etwa den selben Tagesablauf. Am Morgen war immer allgemeine Grundausbildung angesagt, was meinstens aus Schiessen, sei es auf 30m oder 300m, bestand. Am Nachmittag waren wir fast immer von 14.00 Uhr oder 14:30 Uhr frei und konnten in Magglingen, Aigle oder auf den Strassen des Berner Seelandes trainieren gehen. Da wir aber immer viel zu wenig schlafen konnten, waren unsere Trainings nie richtig qualitativ. Trotzdem waren wir jeden Dienstagabend auf der Offenen Rennbahn in Zürich-Oerlikon anzutreffen, um an den Dienstagabendrennen teilzunehmen. Nun sind die ersten fünf Wochen der Grundausbildung schon wieder vorüber. Es war eine harte aber doch schöne Zeit, denn wir hatten es wirklich gut untereinander. Im nächsten Jahr geht dann die Rekrutenschule von April bis Juli in Magglingen weiter. Dort haben wir dann nur noch Sport und wir können uns voll und ganz auf das Training und die Wettkämpfe konzentrieren.
Vorschau Spitzensport-RS
Morgen Montag, den 05. Juli, darf ich zusammen mit meinen Kollegen von der Bahn-Nationalmannschaft (Silvan Dillier, Kilian Moser, Tristan Marguet, Loïc Perizzolo, Cyrille Thièry) in die Spitzensport-RS einrücken. Es stehen die ersten fünf Wochen, welche wir in Lyss absolvieren werden, auf dem Programm. Ich hoffe, dass wir trotz der zu absolvierenden Grundausbildung noch etwas Zeit haben, um zu trainieren. Denn schon nächsten Dienstag und Mittwoch 12./13. Juli finden auf der Offenen Rennbahn in Oerlikon die Bahn-Schweizermeisterschaften der Elite statt. Ich werde im Laufe der Zeit berichten wie es in der RS so läuft.
Nachdem
ich im Zeitfahren überhaupt keinen Druck auf die Pedalen brachte, probierte
ich mich noch möglichst gut für das Strassenrennen zu erholen, doch ich
fühlte mich auch vor dem Start des Strassenrennens irgendwie leer und
ausgepumpt. Ich versuchte dann aber trotzdem das Beste aus der Situation zu
machen. Vorerst fuhr ich nur mit und war nicht sehr aktiv, doch auch
nachher konnte ich nie dem Feld entfliehen, obwohl ich es zusammen mit
meinem Teamkollegen Dillier einige Male versuchte. Es scheint auch nicht von
Vorteil zu sein, wenn man in der Schweiz mit einem Profi-Trikot an den
Start geht, denn es wird dann noch mehr auf einem geschaut als sonst schon.
So erreichten wir beide das Ziel im Hauptfeld. Wir können nicht enttäuscht
sein, doch es wäre wohl mehr dringelegen trotz des Handicaps eines Zweierteams. Nichts desto trotz siegte bei den Profis unser Einmannteam Martin Elmiger, Gratulation. Die nächsten
Schweizermeisterschaften finden ja schon in einem Jahr
statt. Herzliche Gratulation auch an Michael Baer. Er ist der verdiente neue
U23 Schweizermeister.
Nach den beiden Rundfahrten in Frankreich, welche ich mit meinem Team innert zwei Wochen gefahren bin, fühlte ich mich ziemlich leer und ich erwischte auch noch eine kleine Erkältung auf der Heimreise. Erst wollte ich gar nicht antreten, doch man kann ja nicht einfach eine
Schweizermeisterschaft so ausfallen lassen, dachte ich mir. Somit startete
ich ohne grosse Erwartungen und fuhr nur so schnell, dass ich die zu
absolvierenden 41km überhaupt überstehen konnte. Am Schluss schaute dann
der 20. Rang heraus mit knapp 3 Min. Rückstand auf den Sieger. Wenn man es mit meinen normalen Fähigkeiten
vergleicht, ist es eine Enttäuschung, doch den Umständen entsprechend muss
ich zufrieden sein. Immerhin ging unser Team nicht leer aus. Mein
Bahnpartner Silvan Dillier konnte sich das Trikot des Schweizermeisters im
Zeitfahren überstreifen lassen. Herzliche Gratulation!
Dienstagabendrennen Zürich-Oerlikon, 22.06.2010
Nachdem ich den Montag mit der Heimreise von Frankreich über die Runden
brachte und ich den ganzen Dienstag komplett der Erholung verschrieb,
wollte ich am Abend noch ein bisschen meine Beine lockern. Dies machte ich
auf der schönen Offenen Rennbahn in Zürich-Oerlikon hinter dem Motorrad unseres
Clubrennleiters Hugo Schär. Ich war überrascht, denn die Beine drehten
nicht schlecht. Somit entschied ich mich, die beiden Rennen, Scratch und
Ausscheidungsfahren, welche keine grosse Substanz benötigen, zu bestreiten.
Im Scratch konnte ich die Ziellinie in einem packenden Sprint als Zweiter
hinter meinem Clubkollegen Marvulli überqueren. Im Ausscheidungsfahren, der Disziplin, in welcher ich in dieser
Saison im schlechtesten Fall als Zweiter klassiert wurde, konnte ich sogar
den Platzherr Franco Marvulli überraschen und das Rennen für mich entscheiden.
Tour Nivernais-Morvan FRA, 17.-20.06.2010
In der Woche vom 17.-20. Juni bestritt ich die Tour Nivernais Morvan südöstlich von Paris zusammen mit meinem Team. Es standen fünf recht hügelige Etappen auf dem Programm. Zudem machte uns das kalte und sehr regnerische Wetter das Leben schwer. Doch trotzdem konnten wir Erfolge verbuchen. Schon auf der ersten Etappe begann es gleich nach dem Start zu
regnen. Im anspruchsvollen Finale unterstützte ich meinen Teamkollegen Silvan Dillier, der sich somit den zweiten Rang der Verfolgergruppe ersprinten konnte. Am Ende war es für ihn ein siebter, für mich ein 14. Rang. Die zweite Etappe war ziemlich unspektakulär. Somit beendete ich sie im Hauptfeld. Im Verlaufe der Rundfahrt konnte sich Mathieu Teychenne, mein Teamkollege, im
Gesamtklassement gut platzieren. Ich versuchte ihm so gut es ging
beizustehen, damit er nach der Königsetappe vom Samstag auf dem 4. Rang
lag mit nur 8 Sekunden Rückstand auf den Leader hatte.
Auf der letzten Etappe am Sonntag galt es deshalb nochmals alles zu
versuchen um den Rückstand aufzuholen. Doch wie so vieles im Leben war
dies nicht gerade die einfachste Aufgabe. Am Ende des Tages konnten wir
leider keinen Sieg feiern, doch hatten wir immerhin mit Mathieu den
besten Jungen im Team und konnten das blaue Trikot nach Hause nehmen.
Zwischen den beiden Rundfahrten Tour d'Eure-et-Loir und der Tour Nivernais-Morvan, welche beide in Frankreich stattfanden, kehrte ich für zwei Tage zurück in die schöne Schweiz und bestritt auf der Offenen-Rennbahn in Zürich-Oerlikon die alljährlich stattfindenden SRV-Schweizermeisterschaften im Punktefahren. Meine Beine waren nach meinem ersten richtigen Einsatz auf der Strasse nach meiner 3monatigen Zwangspause nicht einmal so schlecht. Ich fuhr von Anfang an sehr aktiv und sammelte mir schon den einen oder anderen Punkt. Dann, in der Phase, als das Rennen hart wurde, griff ich zusammen mit Franco Marvulli an und wir konnten uns einige Runden später einen Rundengewinn verbuchen lassen. Somit war ich am Schluss zweiter und vor der letzten Wertung lag ich mit 46:45 Punkten vor Aeschbiund musste bei der letzten Wertung vor ihm ins Ziel fahren. Ich schaffte es auf den letzten Metern ihn zu übersprinten und der "silberne Plämpel" gehörte mir. Unser Club-Rennleiter Hugo Schär war überglücklich, denn das komplette Podium bestand aus VC Hirslanden-Fahrern (Marvulli, Imhof, Aeschbach).
Tour d'Eure-et-Loir FRA, 11.-13.06.2010
Kurzfristig musste ich für einen verletzten Teamkollegen, der gestürzt war, einspringen. Somit sollte diese Rundfahrt, welche im Norden von Paris stattfand, mein erster Renneinsatz auf der Strasse werden, nach meiner langen Zwangspause. Klar war ich physisch noch nicht bereit, um eine Rundfahrt zu fahren. Ich gab jedoch immer mein Bestes und versuchte meine Teamkollegen so gut es ging zu unterstützen, was mir sicherlich nicht schlecht gelungen ist. Im Mannschaftszeitfahren konnte ich sogar über mich herauswachsen und leistete den grössten Teil der Führungsarbeit. Im Grossen und Ganzen bin ich mit meinem Comeback sehr zufrieden, obwohl ich noch nicht zu 100% meine normale Leistung abrufen kann. Ich hoffe mich jetzt gut zu erholen und freue mich auf die nächsten Rennen, denn es scheint aufwärts zu gehen mit meiner Gesundheit und meiner Formkurve.
Zeitungsbericht aus der Thurgauer-Zeitung vom 21. April 2010
Imhof vor einer ungewissen Pause Von Ruedi Stettler. 20.04.2010
Der junge Radprofi Claudio Imhof
wollte heuer auf der Strasse für Furore sorgen. Jetzt ist er seit
Wochen total ausser Gefecht, infolge eines akuten Übertrainings.
SOMMERI – Der bald 20-jährige Claudio Imhof
muss sich in sein Schicksal fügen, das ungewiss ist: «Im Winter stand
ich oft und lange auch auf den Langlauf-Ski. Vom Januar bis Anfang März
trainierte ich bei meinem neuen französischen Team AG2R. Es lief super.
Nach Abschluss der Lehre als Milchtechnologe konnte ich mich endlich
voll auf den Radsport konzentrieren.» Er wirkt ein bisschen
nachdenklich: «Ich war vermutlich zu euphorisch. Zuletzt ging es immer
aufwärts. Jetzt geht seit Anfang März von einem Tag auf den anderen
nichts mehr.»
Bei den Junioren reihte Claudio Imhof Sieg an Sieg. Speziell auch bei den sommerlichen Abendrennen auf der
offenen Bahn in Oerlikon. Eine grosse Nummer war der Thurgauer bei den
letzten zwei Amateur-Sechstagerennen im Hallenstadion. Zusammen mit
Silvan Dillier dominierte er nach Belieben. Im 2009 gewannen sie sogar
sämtliche Prüfungen. Jetzt sind sie Teamkollegen als Berufsfahrer.
Wie ein Burnout Imhof hatte sich für seine erste Profi-Saison so viel vorgenommen.
Auslassen musste er dann den französischen Klassiker «Circuit des 4
Cantons». Vorgesehen gewesen waren – allerdings mit der U23 – zudem die
Klassiker Paris–Roubaix und die Flandern-Rundfahrt. «Ich bin momentan
ein Vollprofi, der leider seinen Beruf nicht ausüben kann. Ich
vergleiche das mit einem ganz normalen Arbeiter, der einen Burnout
erlitten hat», gibt der am 26. September erst 20 Jahre alt werdende
Imhof zu Protokoll.
Der sonst stets so fröhliche und unternehmungslustige Oberthurgauer
macht sich logischerweise auch etwas Sorgen um seine Psyche. Er sagt es
zwar nicht so krass, doch er hofft insbrünstig, dass er nicht in ein
tiefes schwarzes Loch fällt. Diese trüben Gedanken vertreibt er aber
sofort wieder und blickt trotz allem Unbehagen bereits in die Zukunft:
«Es hat schon ganze andere Kaliber als mich erwischt. Viele davon sind
aus diesem dunklen Tunnel stärker hervorgegangen. Darauf hoffe auch
ich.»
Besorgter Nationaltrainer Schon das Verpassen der Bahn-WM in Kopenhagen Ende März machte ihm zu
schaffen. Der 190 cm grosse und 74 kg schwere Athlet hätte auch in
Dänemark gerne für Furore gesorgt. Doch dann kam alles ganz anders.
Bitter für den jungen Mann aus Sommeri, der gestern Nachmittag meinte:
«Es geht mir noch immer nicht besonders gut. Wahrscheinlich muss ich
noch einen weiteren Monat pausieren.» Dass er trotz dem schönen Wetter
nicht auf das Velo sitzt, hat einen guten Grund: «Wenn man keine Kraft
hat, macht auch das Trainieren keinen Spass.»
Weil Imhof zum Olympia-Projekt «Bahnvierer 2014 London» gehört, macht
sich auch Nationaltrainer Daniel Gisiger gewisse Sorgen: «Ich hoffe
sehr, Claudio hält sich an die Vorgaben der Ärzte und beginnt erst dann
mit einem Aufbau-Training, wenn es Sinn macht. Er musste die bittere
Erfahrung machen, dass der Körper brutal rebelliert.» lRUEDI STETTLER
Saisonauftakt auf der Strasse abgesagt
Aufgrund meiner langanhaltenden Schwäche, welche ich in der Schweiz gründlich von einem Sportarzt untersuchen liess, sagte ich einen Start am französischen Klassiker „Circuit des 4 Cantons“ ab. Es stellte sich heraus, dass ich mich in der letzten Zeit in einem Übertraining befand und mich jetzt schleunigst total erholen muss. Für mich ist diese Nachricht natürlich ein riesengrosser Dämpfer, denn so wie es aussieht steht ein Start an den Bahnweltmeisterschaften Ende März in Kopenhagen auf der Kippe. Ich habe hart auf dieses Ziel hingearbeitet, doch wenn es noch so deprimierend ist, die Gesundheit soll in dieser Situation Vorrang haben.
Trainingslager Chambéry Cyclisme Formation 1
Vom 22. bis zum 26. Februar reiste ich erneut mit meiner Mannschaft ins Trainingslager, wiederum nach Vogüé in der Region Ardèche. Ziel dieses Trainingslagers war es, sich den letzten Schliff für die Strassensaison, welche in kurzer Zeit ihren Auftakt haben wird, zu holen. Leider verlief dieses Trainingslager gar nicht nach meinen Wünschen. Nach dem ersten Trainingslager, in dem ich eine super Form aufzuweisen hatte, reiste ich nach Hause, um mich dort optimal zu erholen. Irgendwie klappte dies nicht so richtig und ich fühlte mich schon bei der Anreise müde und geschwächt. Am ersten Tag wollte ich mich durchkämpfen, musste jedoch nach vier Stunden in der Nässe endgültig einsehen, dass es so keinen Sinn hatte und begab mich in das Mannschaftsauto, in welchem sich schon zwei von meinen Teamkollegen mit gleichen oder ähnlichen Symthomen befanden. Anschliessend pflegte ich mich gut, schlief viel, doch es wollte einfach keine Besserung auftreten und ich fühlte mich sehr geschwächt. Nach vier Tagen ohne Training reiste ich dann zurück in die Schweiz. Für meine Moral war das sicherlich keine Streicheleinheit, dennoch bleibe ich positiv eingestellt und probiere aus der Situation zu lernen.
Trainingslager Chambéry Cyclisme Formation 1
Nun habe ich auch endlich mein erstes Trainingslager in diesem Jahr absolviert. Zusammen mit meinen Teamkollegen von der Chambéry Cyclisme Formation feilte ich vom 12. bis zum 16. Februar in Vogüé, in der französischen Region Ardèche, an meiner Form. Für mich waren es dieses Jahr auch die ersten Trainings ohne Schnee, was mich umso mehr motivierte. Jedoch blies der Wind täglich ziemlich heftig, was das Training nicht einfacher machte. Wir nutzten jedoch diese Situation und simulierten Windstaffeln, so wie es in Rennen vorkommen kann. Ein sehr hartes Training, doch ich hoffe, dass es bald seine Auswirkungen zeigen wird. Nun werde ich mich zuhause in der Schweiz einige Tage erholen, bevor es dann am nächsten Montag erneut in ein fünftägiges, hartes Trainingslager geht, wiederum am gleichen Ort. Ich freue mich schon jetzt, bin aber froh, einige Tage für die Erholung zur Verfügung zu haben.
Rennplanung 2010
Zusammen mit meinem Teammanager Loïc Varnet und meinem Trainer Daniel Gisiger haben wir eine provisorische Rennplanung für die ganze Saison auf die Beine gestellt. Dabei haben wir darauf geachtet, dass ich meine grossen Ziele jeweils mit Rundfahrten oder anderen gut geeigneten Rennen vorbereiten kann. Das Team kommt mir auch sehr entgegen, wenn es um den Bahnradsport geht. Mein Team ist ja eigentlich voll auf den Strassenrennsport konzentriert, dennoch stehen mir alle Türen offen, um auch auf der Bahn meinen Zielen optimal nachzugehen. Der erste Höhepunkt wird dann ende März die Elite-Weltmeisterschaften auf der Bahn im dänischen Kopenhagen sein. Mein Ziel ist dort ganz klar die 4000m Einzelverfolgung und die 4000m Mannschaftsverfolgung.
Abendrennen Aigle, 28.01.2010
Eineinhalbwochen nachdem ich mein Training auf dem Rad wieder in Angriff genommen hatte, bestritt ich zusammen mit meinem Teamkollegen Silvan Dillier die Abendrennen in Aigle. Wir waren beide etwas müde, denn für uns war es am Anfang des Aufbaus ein wenig viel Training, welches wir mit unserem Team absolvierten. Nebst dem Training hatten wir auch sehr viel zu tun, um unseren neue Wohnung in Chambéry FRA auf Vordermann zu bringen. Dennoch gingen wir sehr motiviert in diese Rennen. Das Rennen, welches als Omnium ausgeführt wurde, bestand aus einer Verfolgung, einem Scratch-Race, einem Ausscheidungsfahren und einem Punktefahren. Silvan und ich harmonierten gut und konnten eigentlich alle Rennen dominieren. Am Schluss gewann ich vor Silvan das Gesamtklassement. Auf dem vierten Rang klassierte sich der aktuelle Scratch-Weltmeister Morgan Kneisky. Unser Training in Chambéry scheint langsam Früchte zu tragen und wir sind sehr motiviert auf die bevorstehende Saison.
Langlaufwoche mit der Strassennationalmannschaft
Vom 5. – 9. Januar verbrachte ich eine super Woche im Obergoms. Mit der U23-Strassennationalmannschaft stand für einmal nicht das Radfahren im Vordergrund, sondern wir konzentrierten uns für einmal voll und ganz auf den Langlaufsport. In der Walliser Hochburg des Langlaufsports, dem Obergoms, hatten wir ausserordentlich gute Voraussetzungen. Das Wetter spielte bis auf einen Tag immer mit, aber auch der aufkommende Schneefall konnte uns nicht an unserer Motivation hindern. Am Morgen hatten wir jeweils zwei Stunden Techniktraining mit unserem erfahrenen Leiter Roger Clavadetscher, welcher einen guten Job machte, denn Ende der Woche waren fast alle ziemlich sicher auf den Latten. Nach einem schmackhaften Mittagessen, welches wir jeweils in unserer Unterkunft in Fiesch einnahmen, ging es am Nachmittag wieder auf die Skis. In kleinen Gruppen nahmen wir jeweils das Ausdauertraining der anderen Art in Angriff. Die einen etwas schneller, die anderen etwas langsamer, doch es kamen am Schluss immer alle auf ihre Kosten. Und wer gedacht hat, dass wir uns nach den langen Trainings auf dem Schnee auf die faule Haut legten, der liegt falsch. Den Abend gestalteten wir immer polysportiv. Entweder gingen wir ins Hallenbad und saugten uns mit Stephan Johos Schwimmkurs noch den letzten Tropfen Energie aus dem Körper, oder wir bekämpften uns hart in der Sporthalle bei einem spannenden Unihockey oder Fussballmatch. Bei Doris Johos (Frau unseres Naticoaches) Stabilisationstraining kamen jedoch immer alle an ihre Grenzen. Es war für uns auch ein Wachrütteln, damit wir nicht vergessen, wie wichtig für uns Radfahrer die Rumpfstabilität ist. Vor der Abreise wieder nach Hause ins Unterland, merkten wir dann alle, dass wir etwas gemacht hatten während der ganzen Woche. Wir konnten sehr viel profitieren. Vielen Dank an unseren Nationalcoach Stephan Joho, an seine Frau Doris und an Roger Clavadetscher, mit denen wir eine super Woche verbringen konnten.
Ich wünsche Euch allen viel Freude, Kraft und Gesundheit im neuen Jahr!
Erholungspause Weihnachten Neujahr
Nach dem erfolgreichen Sechstagerennen in Zürich gönnte ich mir eine verdiente Erholungsause. Dass ich nicht ganz einrostete genoss ich einige Tage im schönen Entlebuch und betätigte mich Polysportif mit Langlauf, Schneeschuhlaufen, Schwimmen etc.
Vom 2. bis 9. Januar findet ein Langlauftrainingslager von der Strassennationalmannschaft im schönen Obergoms im Wallis statt. Ich werde nicht die ganze Woche vor Ort sein, doch ich freue mich sehr, einige Tage im Walliser Schnee zu verbringen.